Jetzt bin ich seit einer Woche wieder zurück von unseren Gemeinschaftsurlauben und so langsam komme ich wieder im Alltag an.

Wie es war?

Es waren auf jeden Fall 11 turbulente Tage. 🙂

Mit der ersten Gruppe haben wir die große Hitzewelle erwischt und brauchten bei über 30 Grad viel Schatten, Wasser und auf jeden Fall kein Lagerfeuer! 😉 Bei der zweiten Gruppe war das Wetter dann etwas abgekühlt, aber ebenso waren es die Gemüter. Die zweite Woche war für mich definitiv herausfordernder, anstrengend aber auch lehrreicher zugleich. Doch von vorne:

Familienurlaub – erste Woche/Gruppe

Am Mittwoch, den ersten August, reisten wir und 16 weitere Familien am Pfadfinderheim in Friedrichstal an. Wir bauten unsere Zelte auf, richteten uns im Haus ein, brachten die ganzen Lebensmittel in der Küche und in den Kühlschränken unter und schrieben/malten unsere Namen auf kleine Holzscheiben. Am Nachmittag trafen wir uns dann zum ersten Mal mit allen zusammen auf der Zeltwiese in großer Runde und lernten uns kennen bzw. freuten uns über das Wiedersehen. 

In den nächsten Tagen wurde es dann extrem heiß. Wir machten Ausflüge auf diverse (Wald-)Spielplätze und zum See, die Kinder vergnügten sich im Planschbecken, unter der Außendusche oder am Rasensprenkler. Es gab ein paar Workshops wie Sockentiere nähen, Lachyoga, Kinderschminken und Musik machen und zwischendrin war viel Zeit für den persönlichen Austausch und sich kennenlernen. Abends trafen wir uns häufig in kleinerer Runde und ließen den Abend mit Singen und Gitarrenmusik ausklingen. 

Jeder trug durch seine Mithilfe beim Kochen, Spülen und Sanitäranlagen putzen etwas zum Gelingen des Urlaubs bei und für mich entstand während der Woche ein schönes Gemeinschaftsgefühl. Am Ende der Woche blickte ich zufrieden und glücklich zurück und viele der Familien verabschiedeten sich „bis zum nächsten Mal“.  

Am Montag, den 6. August, hieß es dann Abschied von der ersten Gruppe nehmen und ab nachmittags reiste die zweite Urlaubsgruppe an und richtete sich ein. 

Stutensee Familienurlaub 2018
 

Familienurlaub – zweite Woche/Gruppe

Wir schauten nach dieser schönen ersten Woche optimistisch auf die zweite Woche und konnten zudem von den Erfahrungen der ersten Woche ein paar Abläufe optimieren. Außerdem dachten wir, dass es sich evtl. positiv auswirken würde, dass die zweite Gruppe nun etwas kleiner war. 

(Ich hatte schon gemerkt, dass einiges in der sehr große Gruppe doch etwas anstrengend wurde; Lärmpegel beim Essen, Ankündigungen usw.) Noch dazu war die größte Hitze vorbei und die Temperaturen wurden wieder angenehmer.

Die Voraussetzungen für einen schönen Gemeinschaftsurlaub waren also in der zweiten Woche für uns genauso gut, wenn nicht sogar besser.

Doch es sollte anders kommen.

Im ersten Entwurf dieses Berichts habe ich alles, was in der zweiten Woche vorgefallen ist, detailliert beschrieben. Nach ein paar Tagen merkte ich dann jedoch, dass es gar nichts bringt, das hier noch einmal ausführlich aufzurollen. Wichtig ist doch, was ich daraus für mich gelernt habe.

Fakt ist, dass einige Teilnehmer früher wieder abgereist sind, weil sie sich den Urlaub anders vorgestellt hatten. Sie kritisierten zum Beispiel, dass zu viel Mithilfe (beim Kochen/Spülen usw.) verlangt wurde. Einige Mütter fühlten sich alleine mit Kind(ern) gestresst, schliefen nicht so gut, andere waren sowieso am kränkeln oder die Kinder krank. Und natürlich dauert es länger als 20 Minuten eine Mahlzeit für über 40 Personen zuzubereiten. Dadurch entstand eine schlechte Grundstimmung vor Ort, was wiederum andere dazu bewog, abzureisen, die sich mehr Gemeinschaftsgefühl gewünscht hätten.

Unzufriedenheit durch die Menge an Mithilfe bei Gemeinschaftsaufgaben

In der ersten Gruppe waren einige der Teilnehmer bereits zum zweiten Mal da. Vielleicht lag es daran, dass sie wussten, was auf sie zu kam (was eben auch Mithilfe für die Gemeinschaft bedeutete) und sie hatten keine falschen Erwartungen was die Mithilfe anging. Andererseits hatte ich bei der Anmeldung alle Teilnehmer gebeten, den Urlaubsüberblick auf meiner Website sorgfältig zu lesen und dort stand bereits geschrieben, dass Gemeinschaftsurlaub auch bedeutet, die anfallenden Aufgaben (kochen, spülen, putzen) gemeinsam zu erledigen.

Natürlich ist es eine Herausforderung mit kleinen Kindern nebenher zu kochen, vor allem wenn man als Mutter alleine anreist, das kennt vermutlich jede Mama schon von zu Hause. Andererseits kann das Kochen in der Gemeinschaft auch eine schöne Möglichkeit sein, sich beim Schnibbeln nebenher in kleiner Runde auszutauschen und besser kennenzulernen. Und ich denke, es ist für alle klar, und verständlich, dass es Situationen gibt, in denen man dann trotzdem spontan die Küche verlassen muss, weil das Kind einen braucht oder gewickelt/gestillt werden muss. Trotzdem gibt es sicherlich Möglichkeiten das Kochen und Spülen mit Kind hinzubekommen (wie es ja auch die Erfahrung in der ersten Woche zeigte, obwohl der Altersdurchschnitt der Kinder da niedriger war). 

Dass einige Teilnehmer jedoch meine Teilnahmebedinungen entweder nicht richtig gelesen oder wissentlich nicht eingehalten haben, merkte ich auch daran, dass es in der zweiten Woche eine Raucherin und mehrere Alkoholtrinker gab, obwohl ich in meinen Bedingungen schrieb: „Seid ein Vorbild und lasst bitte Alkohol, Nikotin und andere Suchtmittel zu Hause.“

Nunja, da frage ich mich, warum man überhaupt bei meinem Urlaub teilnehmen möchte, wenn man darauf nicht verzichten kann!?

So lag über der zweiten Urlaubswoche eine Art demütige Wolke, und das ist für uns alle schade, die wir uns diesen Gemeinschaftsurlaub anders vorgestellt hatten. 

 Ich konnte mich auf jeden Fall erst wieder so richtig auf den Urlaub einlassen, als nur noch die Familien da waren, die auch wirklich dabei sein wollten und die Lust darauf hatten noch ein paar schöne Tage gemeinsam zu verbringen.

Die restlichen Tage waren dann auch noch ganz schön. Natürlich waren Dinge wie Kochen usw. durch die kleinere Gruppengröße dann auch schneller erledigt. So machten wir in gemütlicher Runde noch einen Ausflug zum Vogelpark und Spielplatz, wir bemalten eine riesige Pappe mit Wasserfarben und pusteten Riesenseifenblasen.

 Die Frage, warum die beiden Wochen so unterschiedlich gelaufen sind, kann ich mir nur dadurch beantworten, dass es es an den teilnehmenden Menschen liegt, von denen eben jeder einzelne mit dazu beiträgt, wie ein Gemeinschaftsurlaub verläuft.

Ausblick – wie geht es weiter?

Nach den Erfahrungen diesen Sommer mache ich mir natürlich viele Gedanken darüber, wie ich die Mütterimpulse Familienurlaube zukünftig gestalten soll und möchte.

Es gab in diesen 11 Tagen Momente, da habe ich darüber nachgedacht, es einfach komplett sein zu lassen mit den Gemeinschaftsurlauben und meine Energie wieder in andere Dinge zu stecken. 

Aber zum Glück gab es ebenso Momente, in denen mir wieder bewusst wurde, warum ich so viel Zeit und Herzblut in die Vorbereitung gesteckt habe und dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat! 

Mein Fazit ist nach aktuellem Stand: Ich möchte weiter machen. Aber anders.

Wie? 

Das ist mir noch nicht so ganz klar. Ich habe schon wieder tausend neue Ideen im Kopf. Vielleicht wird es zukünftig verschiedene Urlaubsarten geben, günstigere für Familien, die gerne mithelfen, teurere für Familien, die gerne komplett bekocht werden wollen… vielleicht wird sich auch das ganze Drumrum ändern. Andere Location, andere Voraussetzungen…

Sicher bin ich mir jedoch schon damit, dass ich die Urlaubsgruppen zukünftig wieder kleiner halten möchte. (Vielleicht bis auf ein großes Kindergartenfrei-Festival oder so :D).

Wenn ich die Gruppengrößen dieses Jahr mit letztem Jahr vergleiche, merke ich, dass der Austausch letztes Jahr durch eine kleinere Gruppe noch intensiver möglich war. Das ist zwar für alle schade, die dann wieder keinen Platz bekommen werden (dieses Jahr war der Urlaub ja bereits innerhalb einer Woche ausgebucht), aber vielleicht gibt es dafür ja 2019 mehr als zwei Gemeinschaftsurlaube.

Was wünschst du dir für zukünftige Familienurlaube?

Jetzt würde mich natürlich auch deine Meinung interessieren, egal ob du bereits an meinen Urlauben teilgenommen hast oder nicht.

Der Einfachheit halber habe ich eine kleine Umfrage über die Zukunft der Mütterimpulse Familienurlaube erstellt. Es würde mich sehr freuen, wenn du dir ein paar Minuten Zeit nehmen würdest, um daran teilzunehmen. Wie stellst du dir einen Gemeinschaftsurlaub vor? Was würde dir gefallen? Was nicht? Möchtest du zelten oder lieber im Haus übernachten? Wohin soll die Reise gehen?

Hier nochmal der Link zur Umfrage (KLICK!).

Lass es mich gerne wissen, ich bin gespannt!

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Familien-Gemeinschaftsurlaube in Stutensee 2018 – Rückblick und Ausblick
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