In diesem Blogartikel möchte ich aus persönlicher Erfahrung über ein Thema schreiben, über das leider immer noch viel zu wenig gesprochen wird.
Und das ist die stille/kleine Geburt oder auch Fehlgeburt (das Wort mag ich aber nicht so). Eine Erfahrung, die ja doch sehr viele Schwangere machen müssen (betrifft etwa jede 3. Frau!). Dennoch ist es noch ein großes Tabuthema, sodass sich viele Eltern mit dem Thema alleine fühlen und es an Austausch und Erfahrungsberichten mangelt.
Deshalb habe ich mich dafür entschieden, meine Erfahrung hier mit euch zu teilen: Im Frühsommer 2025 habe ich eine stille Geburt in der 12. Schwangerschaftswoche erlebt.

Meine Haltung zu Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft
Wer mir schon länger folgt, weiß sicherlich schon, dass ich kein Freund von ärztlichen Routineuntersuchungen jeder Art bin. So habe ich mich bereits bei meinen ersten drei Kindern dagegen entschieden, Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen wahrzunehmen (siehe auch meine Blogartikel Schwangerschaft ohne Frauenarzt).
Da ich bei allen Kindern Hausgeburten geplant (und auch gemacht) habe, hatte ich mir zu Beginn der Schwangerschaften jeweils eine Hausgeburtshebamme gesucht und alle Untersuchungen in der Schwangerschaft bei dieser gemacht. (10 gute Gründe für Schwangerenvorsorge bei der Hebamme)
Für meine Hebammen war es glücklicherweise auch vollkommen ok, dass ich keine Ultraschall- und anderen ärztlichen Untersuchungen in der Schwangerschaft wollte. So kamen sie alle paar Monate, oder später Wochen, zu mir nach Hause, hörten die Herztöne des Babys bequem auf unserem Sofa ab und nahmen mir auch das Blut für die wichtigsten Blutuntersuchungen zu Hause oder in ihrer Praxis ab.
Meinem Mann und mir war natürlich bewusst, dass es ohne Ultraschalluntersuchungen und Feindiagnostik auch sein kann, dass zum Beispiel Fehlbildungen des Babys nicht erkannt werden können.
Aber wir blieben stets im Vertrauen, dass alles gut sein würde. Und auch das Geschlecht unseres Babys wollten wir nie wissen, sondern fanden es viel schöner, uns überraschen zu lassen.
Dazu kam, dass ich schon so viele Berichte von Schwangeren gelesen hatte, die durch gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen und Diagnosen verunsichert wurden, welche sich letztlich dann doch als falsch herausstellten.
Doch durch die Untersuchungen lebten sie wochen- oder gar monatelang mit der Angst, was alles sein könnte. Und es ist ja auch immer die Frage, was man überhaupt tun kann, wenn man bestimmte Diagnosen erhält.
Oft kann man nämlich genau gar nichts tun, außer hoffen oder sich schon mal mental auf bestimmte Krankheiten oder Einschränkungen des Kindes vorbereiten. Und da ist es mir ehrlich gesagt lieber, mir diese Sorgen nicht schon in der Schwangerschaft die ganze Zeit zu machen. Vor allem, wenn sie am Ende vielleicht sogar unbegründet waren!
Dieses Thema hat mich ja schon vor Jahren so sehr beschäftigt, dass ich 2019 mein Buch „Vorfreude statt Vorsorge“ geschrieben habe, in dem ich gynäkologische Routineuntersuchungen kritisch hinterfrage und für mehr Eigenverantwortung von Schwangeren plädiere.
Dies nur als kleine Vorgeschichte dazu, warum ich mich auch in meiner vierten Schwangerschaft im Frühjahr 2025 dagegen entschieden habe, zum Frauenarzt zu gehen und stattdessen meine Hausgeburtshebamme kontaktierte.
Meine vierte Schwangerschaft – und warum sie sich anders anfühlte
Das Besondere an dieser Schwangerschaft war, dass ich so gut wie gar keine negativen Schwangerschaftssymptome wie Übelkeit, Kreislaufschwäche oder ähnliches hatte. Das fand ich vor allem deshalb überraschend, weil ich mich in den anderen Schwangerschaften (vor allem den vorigen beiden) sehr damit geplagt hatte und mich auch oft übergeben musste.
Aber umso besser, dachte ich. Vielleicht darf ich ja auch einfach mal das Glück haben, und davon verschont bleiben!?
Das war vielleicht ein neues und schönes Gefühl, auch im zweiten und dritten Schwangerschaftsmonat einfach fit zu sein und unterwegs sein zu können! Da war ich doch sehr dankbar.
Mit meiner Hebamme hatte ich den ersten Termin für den Anfang des vierten Monats ausgemacht. Vorher hätte sie ja eh keine Herztöne hören können und da es mir gut ging, hatte ich auch keinen Rede- oder Untersuchungsbedarf. Da ich sie schon von der letzten Schwangerschaft und Geburt kannte, war auch kein Kennenlerntermin nötig.
In den Pfingstferien, da war ich in der 10. Woche, fuhr ich mit meinem damals knapp zweijährigen Sohn Leon (Blogname) nach Norddeutschland, um meine Mutter und Schwester + Familie zu besuchen, die wir nur selten sehen. Außerdem wurde in der Zeit mein Vater dort beerdigt, der vor kurzem verstorben war.
Daher war mir diese Reise auch sehr wichtig und ich war froh, dass ich weiterhin von der Übelkeit verschont blieb. So habe ich die etwa neunstündige Zugfahrt mit Kleinkind gut hinter mich gebracht.
Mein Mann blieb mit unseren zwei großen Töchtern zu Hause, die in diesen Ferien auf ihr erstes Pfadfinderlager gegangen sind.
Erste Blutungen in der 11. Schwangerschaftswoche
Leon und ich verbrachten eine schöne Zeit mit unserer Verwandtschaft. Bis ich eines abends, vor dem Schlafengehen, frisches Blut in der Unterhose bemerkte. Das war dann am Ende der 11. Schwangerschaftswoche.
Bisher hatte ich nie Blutungen in meinen Schwangerschaften gehabt, aber dennoch bin ich erstmal entspannt geblieben. Ich wusste, dass so etwas durchaus vorkommen kann und nicht unbedingt etwas Schlimmes bedeuten muss.
Also hieß es erstmal abwarten.
Allerdings ging es am nächsten Tag dann den ganzen Tag so weiter und es war jetzt nicht mehr nur eine Schmierblutung sondern schon eher wie eine leichte Menstruationsblutung.
Das Blöde war, dass ich für den kommenden Tag die Rückfahrt nach Hause gebucht hatte und das verunsicherte mich dann doch sehr. Denn sollte ich wirklich eine stille Geburt haben, so wollte ich diese auf keinen Fall im Zug erleben (was ja bei neun Stunden Fahrt nicht so unwahrscheinlich war). Vor allem auch, weil ja noch Leon dabei war, um den ich mich kümmern musste.
Dennoch war die Blutung für mich kein Grund zum Arzt zu gehen, denn mir war schon immer klar, wenn ich mal eine stille Geburt haben sollte, dann würde ich auch diese lieber zu Hause erleben wollen, als im Krankenhaus. Und nach drei schönen Hausgeburten war es jetzt auch nicht so, dass ich Angst vor der stillen Geburt gehabt hätte. Vor allem, weil ich ja mit der Schwangerschaft noch nicht so weit fortgeschritten war und mir vorstellte, dass die Geburt dann ja auch nicht sonderlich lange dauern würde oder gar anstrengend/schmerzhaft sein würde.
Trotzdem war natürlich etwas Unsicherheit da, wie so eine kleine Geburt dann wirklich abläuft und wie es sich anfühlen wird, weil es einfach eine unbekannte Erfahrung war.
Doch auch eine Ausschabung im Fall, dass mal ein Embryo/Kind in mir nicht mehr leben sollte, kam für mich ohne trifftigen Grund noch nie in Frage. Intuitiv fühlte ich, dass so ein Eingriff in meine Gebärmutter mich körperlich und mental mehr verletzen würde, als wenn ich einfach auf den Zeitpunkt warten würde, bis mein Körper selbst entscheiden würde, die Schwangerschaft zu beenden und die stille Geburt einzuleiten.
Bauchgefühl statt Zugfahrt – eine wichtige Entscheidung
Mein Bauchgefühl sagte mir, dass es keine gute Idee wäre, am nächsten Tag die Zugfahrt anzutreten. Aber natürlich war auch das Ticket schon gebucht und ein neues wäre bei der langen Strecke nicht gerade günstig. Und Schmerzen hatte ich bisher keine. Trotzdem tendierte ich dazu, nicht zu fahren.
Ich rief dann meine Ersatzhebamme an, weil meine eigene Hebamme gerade auch im Urlaub war.
Natürlich konnte auch sie mir nicht sicher sagen, was die Blutungen zu bedeuten haben, das war mir klar, aber ich wollte einfach ihre Einschätzung hören. Und sie meinte dann auch, wenn es möglich wäre, noch ein paar Tage länger zu bleiben, dann solle ich das doch machen. Vor allem auch, weil ich zurück zu Hause auch noch allein gewesen wäre, weil mein Mann noch bei seiner Mutter und die Mädels bei den Pfadfindern waren.
Für meine Mutter war es natürlich selbstverständlich, dass ich noch bleiben konnte (beste Mama!) und so beschloss ich erstmal abzuwarten, das Wochenende noch zu bleiben und danach den neuen Zug zu buchen.
Ich fragte die Hebamme noch, ob ich im Falle einer stillen Geburt irgendwas beachten sollte und sie meinte, dass es vor allem wichtig war, darauf zu achten, keinen zu hohen Blutverlust zu haben. Am besten sollte ich das Blut mit einem Messbecher auffangen, um die Menge gut einschätzen zu können. Mehr als ein halber Liter sollte das besser nicht sein.
Okay.
Auch am nächsten Morgen gingen die Blutungen weiter.
Mein Mann, den ich natürlich auf dem Laufenden gehalten hatte, überlegte, ob die stille Geburt vielleicht durch Stress ausgelöst sein worden könnte, denn ich durch die Reise oder die Beerdigung meines Vater gehabt hätte. Aber für mich fühlte sich diese Erklärung nicht plausibel an, weil wirklich alles sehr entspannt gelaufen war.
Mental ging es mir in dieser Zeit den Umständen entsprechend gut, muss ich sagen. Natürlich war es ein trauriger Gedanke, unser Baby vielleicht zu verlieren. Andererseits war immer in meinem Bewusstsein, dass so etwas (eben gar nicht so selten!) vorkommt und das Risiko vor allem in den ersten 12 Wochen (aber auch danach) einfach immer da ist.
Und wir haben ja bereits drei tolle und gesunde Kinder, was – denke ich – auch einen Unterschied dazu machen kann, wie man eine stille Geburt verarbeiten kann.
Tatsächlich sprachen für mich auch ein paar Faktoren dafür, dass es gar nicht so schlecht war, wenn der Abstand zwischen unserem Sohn und dem nächsten Baby noch ein bisschen größer wäre. Ich stillte Leon noch und vor allem die Nächte waren sehr unruhig, teils wurde ich jede halbe Stunde bis Stunde geweckt.
Außerdem hatte ich generell noch etwas Bammel und Respekt vor der Verantwortung eine Vierfachmama zu sein und manchmal überkamen mich auch Zweifel, ob ich das überhaupt wollte.
Dennoch war die Vorfreude auf das Baby bei uns allen gewachsen und meine anfänglichen Zweifel überlagerten ein vertrauensvolles Wir-kriegen-das-schon-hin-Gefühl.
So gingen meine Gedanken an diesem Tag hin und her und ich tauschte mich auch mit meiner Mutter darüber aus.
Die stille Geburt zu Hause – meine Erfahrung
Wir gingen mittags dann in der Stadt eine Pizza essen. Und auf dem Heimweg, so gegen 14 Uhr, merkte ich ein leichtes Ziehen im Unterleib. Das war neu. Und kein gutes Zeichen für mich.
Zu Hause legte ich Leon dann zum Mittagsschlaf aufs Bett und mich selbst aufs Sofa. Dort wurde das Ziehen im Unterleib dann stärker und irgendwie war ich mir jetzt sicher, dass das der Beginn einer stillen Geburt war.
Im Gespräch mit meiner Mutter kamen dann ein paar Tränen und ich merkte, ok, diese Erfahrung wird jetzt wirklich Realität.
Leon war aufgewacht und ich legte mich nochmal zum Stillen zu ihm, bis er wieder eingeschlafen war.
Und dann merkte ich plötzlich, dass ich auslaufe… Es hat sich angefühlt, wie ein Blasensprung, über den ich keine Kontrolle hatte, es lief einfach. Also bin ich schnell aufs Klo gesprungen, habe dort dann aber gemerkt, dass es Blut ist, und darunter auch größere Klümpchen „Blutgewebe“ (später habe ich erfahren, dass das geronnenes Blut war).
Es war inzwischen ca. 16 Uhr und ich musste alle paar Minuten aufs Klo gehen und es kam immer mehr Blut und geronnenes „Blutgewebe“ aus mir heraus.
In dem Moment war ich einfach nur froh, dass ich nicht mit dem geplanten Zug gefahren war, sondern auf mein Bauchgefühl gehört hatte!
Weil die Hebamme ja gesagt hatte, es sei wichtig, auf nicht zu hohen Blutverlust zu achten, haben wir alles, was rauskam, in einer Schüssel aufgefangen. Ich wollte ja schließlich auch gerne den Fötus noch sehen und verabschieden und nicht einfach die Toilette hinunterspülen.
In der 12. Woche haben die Babyleins laut Ultraschallbildern ja schon richtige Hände und Füßchen ausgebildet, also sind schon als richtig kleine Menschlein erkennbar, wenn auch erst erdbeergroß.
Mein Sohn wurde wieder wach, aber zum Glück hatte er sich in den zwei Wochen nun schon gut eingelebt und ist problemlos mit meiner Schwester und seinen Cousinen zum Spielen in deren Garten gegangen. So musste ich mich nicht weiter um ihn kümmern, sondern blieb ganz in Ruhe mit meiner Mutter im Haus.
Und so ging es die nächsten Stunden dann weiter immer wieder aufs Klo und der Körper hat nach und nach alles ausgeschieden. Wir haben uns schon ein bisschen gewundert über die Menge an „Blutgewebe“, beziehungsweise überlegten, was genau das jetzt eigentlich ist, ob schon Plazenta dabei war, oder Gebärmutterschleimhaut…? Denn es war gefühlt wirklich viel und zum Schluss gemessen schon etwas mehr als ein halber Liter.
Schmerzen hatte ich keine, nur ein leichtes Ziehen, wobei das Zwischendurch auch wieder wegging.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass mein Kreislauf sich durch den Blutverlust bemerkbar macht. Ich habe dann bewusst viel getrunken und auch immer wieder gegessen, Mandel-Honig Riegel und ähnliches. Meine Mutter hat mir auch zweimal Galaktose gegeben und zwischendurch legte ich mich hin.
Es war jedoch nie so, dass ich das Gefühl hatte, ich klappe jetzt wirklich gleich ab oder will lieber den Rettungswagen rufen und ins Krankenhaus fahren.
Immer wieder kamen so große Blutklumpen, dass ich irgendwann dachte, vielleicht ist der Fötus da auch schon dabei?
Gegen Abend wurde es dann weniger und ich dachte, die Geburt würde dem Ende zugehen.
Um ca. 21 Uhr kam meine Schwester mit Leon wieder zu uns und er wollte stillen.
Kurz nach dem Stillen wurde das Ziehen im Unterleib wieder stärker. Ich habe mich erinnert, dass Stillen auch die Nachwehen fördern kann, also habe ich angenommen, dass es Nachwehen sein könnten. Das war schon unangenehm, stärker als alles bisherige.
Ich habe dann Leon nochmal mit meiner Schwester rausgeschickt, aber sie blieben nicht lange, weil Leon natürlich auch müde wurde.
So habe ich ihn nochmal gestillt, in der Hoffnung, er schläft vielleicht ein, aber das Ziehen im Unterleib wurde dann so stark, dass ich das Stillen abbrechen musste, weil ich gemerkt habe, jetzt muss ich mich wirklich bewegen, um damit gut klarzukommen. Vorher konnte ich einfach im Bett liegen bleiben.
Ich stellte mir immer wieder die Frage, ob der Fötus jetzt eigentlich schon draußen war oder nicht. So suchte ich die Schüssel mit dem „Blutgewebe“ vorsichtig durch, konnte aber nichts finden.
Als das Ziehen wieder stärker wurde, legte ich mich vornübergebeugt auf ein Kissen und lies mein Becken kreisen. Eigentlich hat sich erst das so richtig nach Geburt angefühlt! Ich brauchte dann auch einen feuchten Lappen im Nacken oder auf der Stirn, weil mir so heiß wurde.
Nach einer Weile hörte das Ziehen dann auf.
Nach kurzer Zeit musste ich nochmal aufs Klo und merkte, wie nochmal etwas größeres abging und das war dann wirklich interessant.
Es war ein zirka faustgroßer „Klumpen“ an Gewebe mit einer Art Haut außenrum. An einer Stelle war eine kleine Öffnung. Ich habe dann an der Öffnung vorsichtig die äußere „Gewebeschicht“ abgezogen. Danach kam nochmal eine weitere „Hautschicht“ (sorry, ich beschreibe einfach in meinen Laienworten, weil ich es anatomisch nicht besser erklären kann).
In dem Moment dachte ich echt nur: „What the hell… was ist das??“ 😉
Und ganz innen drin, war dann plötzlich ein Blutgewebe, das jetzt aber wirklich aussah, wie eine kleine Plazenta! Und neben der Plazenta kam eine kleine Fruchtblase zum Vorschein! Völlig intakt!!!
Die Fruchtblase war noch geschlossen und drinnen war etwas klares Fruchtwasser und außerdem ein Mini-Geschwebsel. Ich war mir unsicher, ob das ein befruchtetes Ei sein könnte, aber definitiv war kein entwickelter Fötus in der Fruchtblase!
Uff… krass!
Irgendwie fand ich das richtig faszinierend zu sehen. Und ich war auch sehr froh, dass ich es sehen konnte. Denn so gar nichts zu finden, das auf einen Fötus hindeutet, das hätte mich doch sehr unbefriedigt gelassen.
Jetzt hatte ich also die Fruchtblase in der Hand und damit den Beweis, dass die ganzen letzten Wochen über schon gar kein Kind in mir gewachsen ist!
Wir dachten dann erstmal, dass es ein Windei oder eine Blasemole gewesen war, quasi eine Scheinschwangerschaft, bei der der Körper erstmal alles weitermacht, wie bei einer normalen Schwangerschaft, aber das Ei entwickelt sich nicht zum Embryo, sondern irgendwann kommt es dann zwangsläufig zu einer stillen Geburt.
Doch ich habe ein paar Fotos gemacht und als ich die später meiner Hebamme zeigte, meinte sie, da wären ganz klar die Keimblätter zu sehen und sie schätzte, dass das Embryo nach zirka drei Wochen aufgehört hätte, sich weiterzuentwickeln.
Weil ich das so faszinierend fand zu sehen, habe ich mich dafür entschieden, das Foto auch hier mit euch zu teilen. Es ist ja doch eher selten, das man so etwas zu sehen bekommt, bei einer Ausschabung natürlich schon gleich gar nicht.

Das bedeutet also wirklich, dass sich schon ungefähr seit der 6. Schwangerschaftswoche kein Embryo mehr weiter entwickelt hatte!
Doch da der Körper dennoch so getan hat, als würde die Schwangerschaft weiter bestehen, hätte das so früh natürlich auch die Hebamme nicht feststellen können.
Das ist also wirklich ein Fall, den nur der Arzt mit dem Ultraschall erkennen kann.
Allerdings bereue ich dennoch nicht, nie beim Arzt gewesen zu sein, denn dann hätte ich zwar Klarheit darüber gehabt, dass sich kein Kind mehr entwickelt, aber das hätte dann auch bedeutet, dass ich mehrere Wochen lang unruhig auf die stille Geburt gewartet und mir vielleicht Sorgen gemacht hätte.
Und ziemlich sicher wäre ich dann nicht nach Norddeutschland gefahren, hätte damit die Beerdigung meines Vaters verpasst und auch nicht so eine schöne Familienzeit mit Leon und meiner Mutter und Schwester + Familie gehabt. Und das wäre doch sehr schade gewesen.
Ja… ich muss sagen, irgendwie hat es mich auch erleichtert zu sehen, dass gar kein Kind gewachsen ist. Also ich glaube vom Gefühl her wäre es ganz anders gewesen, einen kleinen Fötus zu sehen, mit seinen winzigen Händen und Füßen, alles perfekt angelegt…
Und dann wäre da auch immer die Frage in unseren Köpfen gewesen: Warum ist das Kindlein wieder gegangen? Habe ich was falsch gemacht? (Natürlich Quatsch, aber trotzdem!)
So war es dann irgendwie auch viel leichter für mich, die Schwangerschaft wieder loszulassen.
Und nochmal war ich so froh und dankbar, dass ich in dieser Schwangerschaft keine Übelkeit und Co hatte. Ob es am Verlauf der Schwangerschaft lag? Irgendwie denke ich schon. Wobei ich auch gelesen habe, dass man sogar bei einer Scheinschwangerschaft (Windei, Blasenmole) starke Übelkeit haben kann.
Aber wenn ich jetzt zwei Monate unter der Übelkeit gelitten hätte und dann, wenn man grad denkt, endlich ist es vorbei, 12. Woche, dann eine stille Geburt, dann hätte es mich umso mehr geärgert, weil die Übelkeit dann quasi „umsonst“ war, wenn du weißt, was ich meine. Sonst weiß man zumindest, wofür man es aushält…
Kurz nach Mitternacht konnte ich in dieser Nacht dann endlich die stille Geburt abschließen und mich neben Leon ins Bett legen. Geschlafen habe ich dennoch erst gegen fünf Uhr in der Früh.
Kleines Wochenbett nach stiller Geburt
Am nächsten Morgen brachte mir meine Schwester einen tollen Frühstücksteller, so richtig wochenbettmäßig, echt lieb.
Wir blieben dann noch eine Woche länger bei meiner Mutter. Am ersten Tag nach der Geburt blieb ich noch komplett im Bett und holte auch etwas Schlaf nach.
Am zweiten Tag danach bin ich zwar auch noch viel gelegen, aber auch zum Teil im Garten auf dem Liegestuhl, während meine Mutter nebendran mit Leon im Sand gespielt hat.
Ab dem dritten Tag hatte ich dann schon wieder das Gefühl, gut auf den Beinen sein zu können.
Natürlich habe ich mich trotzdem geschont, aber es ging schon wieder recht gut und mir wurde es auch langweilig nur rumzuliegen. 😉
Eine Woche nach der Geburt war ich dann auf jeden Fall wieder richtig fit, sodass ich guter Dinge mit Leon die lange Heimfahrt antreten konnte.
Das ist jetzt ein langer Bericht geworden. Respekt, wenn du bis hierhin gelesen hast. Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, ob du auch schon einmal ähnliches erlebt hast und wie es dir damit ging.
Ein sehr informatives Interview zum Thema Umgang mit Früh- und Fehlgeburten findest du übrigens hier auf meinem Blog.
Neue Schwangerschaft nach stiller Geburt
Interessant fand ich noch, von meiner Hebamme zu erfahren, dass es nach einer natürlichen, stillen Geburt risikolos möglich ist, schon im nächsten Zyklus wieder schwanger zu werden, während bei einer Ausschabung ja die Gebärmutterschleimhaut abgetragen wird und Heilungszeit benötigt, sodass es ratsam ist, mit einer erneuten Schwangerschaft mindestens ein paar Monate zu warten.
Noch ein Punkt, der für mich absolut dafür spricht, nicht einzugreifen, sondern der Natur einfach seinen Lauf zu lassen.
Heute, während ich diesen Blogartikel schreibe, bin ich übrigens wieder schwanger. Inzwischen im fünften Monat und mit meiner Hausgeburtshebamme habe ich auch in der 13. Woche schon die Herztöne unseres Babys gehört.
Wenn alles gut läuft, können wir im Sommer, ziemlich genau ein Jahr nach der stillen Geburt, dann unser viertes Kind begrüßen. Und natürlich plane ich wieder eine Hausgeburt! 🙂


danke, dass du deine Geschichte geteilt hast. ich bewundere deinen Mut und Vertrauen, und wie du es in deinem Leben verbindest 🙂 danke für deine Inspiration und alles Gute!
Vielen Dank für deine lieben Worte Maria.
Oh, liebe Sophie,
gerade habe ich Deinen neuen Blogartikel gelesen. Das tut mur unendlich Leid, dass ihr Euer viertes Kind verloren habt und gleichzeitig bewundere ich Dich für Deinen Mut so offen davon zu berichten und feiere Dich dafür, dass Du den Abschied so würdevoll und achtsam vollzogen hast. Darf ich fragen, ob ihr das Kindlein beerdigt habt?
Ich wünsche Dir für den Verlauf Deiner aktuellen Schwangerschaft alles Gute und besonders für die Geburt ganz viel Kraft und Halt.
Liebe Cleo, nein es gab keine Beerdigung, auch weil ich ja zu dem Zeitpunkt noch davon ausging, dass es ein Windei war. Das Embryo war so mini, dass ich es gar nicht als solches erkannt habe. Erst in der Vergrößerung auf dem Foto konnte ich die Keimblätter nachvollziehen. Viele Grüße, Sophie
Liebe Sophie,
ich finde es sehr berührend und tatsächlich auch beruhigend, wie offen und vorallem natürlich du mit deiner Erfahrung umgegangen bist und danke dir sehr, dass du uns daran teilhaben lässt.
Man weiß ja, dass viele Frauen diese Erfahrung machen, aber erst wenn sie auch geteilt wird, ist es so wirklich greifbar. Ich habe vor fast drei Jahren eine ähnliche Erfahrung gemacht und mir ging tatsächlich wie dir. Dadurch, dass ich einfach Zuhause geblieben bin und alles in meiner sicheren Umgebung geschehen konnte, war es tatsächlich eine eher schöne und heilsame Erfahrung, die mir gezeigt hat, dass auch wenn natürlich Trauer mitschwingt, das nicht das einzige oder dominante Gefühl bei der ganzen Sache sein muss. Auch das ist ja nicht unbedingt etwas das so publik gemacht wird. Jede Frau geht halt einfach anders damit um und das ist auch okay so.
Alles Liebe für dich und eine wunderbare Restschwangerschaft mit deinem vierten Kindlein
Liebe Marta, danke für deine Worte. Es freut mich, dass du dein Erlebnis ebenfalls als heilsame Erfahrung verbuchen konntest. Es gehört einfach zum Leben dazu und ich denke, es ist nur hilfreich und horizonterweiternd, wenn man es schafft, diese Perspektive einzunehmen.
Vielen lieben Dank für deine Geschichte, die du mit uns teilst. Ich habe es selbst nicht erlebt, aber bin sehr dankbar für solche Erfahrungsberichte – die Mut machen, statt Angst. Auch dein Umgang mit dem Verlust finde ich sehr berührend, weil es eben auch in deinem Bauch schon ein Kind ist, das würdevoll geboren werden darf. Danke!
Danke Sina!
Danke für diesen Bericht. Das fühlt sich für mich als zu Hause gebärende so stimmig an, im Falle einer stillen Geburt ebenfalls zu Hause zu sein. Ich fühle mich ermutigt, falls ich diese Situation mit erleben werde.
Das freut mich!
Vielen Dank Sophie für Deinen Bericht. Es hat mich sehr berührt. Ich hatte eine stille Geburt bei mein erstes Kind, auch in der 12. Woche. Ich habe es auch zuHause gemacht. Bei mir sind 5 Tage gegangen zwischen die erste Blutung und die Geburt. Die Hebamme hat uns vorbereitet, daß es eine stille Geburt sein könnte. Die Wehen sind dann am spät Abend angefangen. Ich hatte starke Wehen für 10 Stunden. In mitte der Nacht ist das kleine Kind geboren worden. Kleine Hände und Füßen, Gesicht. Ein wunderschönes Wesen. Ich habe dabei relativ viel Blut verloren, da die Hebamme mich gleich am nächsten morgen ins Krankenhaus geschickt hat. Vorher hat sie mir Arnica C200 Globuli gegeben, da ich immer noch geblutet habe. Bis ich im Krankenhaus kam, hat die Blutung aufgehört. Meine Hebamme meinte, daß die Plazenta noch drin war. Der Chefarzt hat eine Ultraschalluntersuchung gemacht und meinte alles in Ordnung sei. Daher ging ich glücklicherweise ohne Ausschabung wieder zu Hause. 4 Tage später kam die Plazenta raus. Genau ein Jahr nach Anfang der erste Blutung dieser Schwangerschaft ist mein Sohn geboren worden. Als schmerzhaft die stille Geburt war, bin ich so dankbar, daß mein Mann und ich es alleine zuHause gemacht hat und ohne Ausschabung weg gekommen sind! Wir dürften dann auch in alle stille unseres erste Kind bei uns Abschied nehmen.
Liebe Michelle, danke dass du deine Geschichte hier geteilt hast. Ich hoffe, es ist ok wenn ich eine Rückfrage stelle: Ging die Hebamme davon aus, dass die Plazenta noch drin war, weil die Blutungen weitergingen? Oder weil ihr sie bei der Geburt nicht gesehen habt? Und ist ja mal wieder interessant, dass der Arzt trotz Ultraschall das nicht gesehen hat. Alles Liebe zu dir!
Liebe Sophie, ja die Hebamme hat gemeint, die Plazenta ist noch drin. Sie hat uns gefragt alles von dem Geburt mitzubringen zu ihr in der Praxis. Als sie die Tücher mit Blut und Gewebe durch ging, meinte sie ich habe viel geblütet und die Plazenta sei nicht da. Ich habe noch geblütet, könnte laufen, war aber schwach und kalt von den 10 Stunden Wehen und Blutverlust. Die Gabe von Arnica C200 hat die Blutung gestillt. Die Plazenta war Palmengroß.
Ich wünsche dir und das wunderschöne Wesen, das in dir wächst alles Bestens!
Herzliche Grüße,
Michelle
Liebe Sophie, ich danke Dir von Herzen fürs Teilen Deiner Erfahrung. Das hat mich gestern, beim Lesen, so sehr berührt. Ich habe im letzten Jahr ähnliches erlebt. Ich war zwei Mal schwanger und hatte zwei Mal in der 11. SSW eine stille Geburt zu Hause. Auch ich war ohne Frauenarzt und mehr oder weniger ohne Hebamme unterwegs. Es waren viele Parallelen zu Deiner Erfahrung. Ich habe mich danach immer entschieden noch einen Ultraschall beim Frauenarzt zu machen, da ich noch die kleine Hoffnung hatte, dass es vielleicht ja nur ein Zwilling war der abging. Dies war aber leider nicht der Fall. Bei mir war es tatsächlich mit jeweils 5 Wochen starker Übelkeit davor. Zum einen hatte ich auch die Gedanken, dass dies alles für „nichts“ war. Dennoch bin ich so dankbar erfahren zu haben wie stark mein Körper, mein Geist und auch meine Familie (wir haben eine 3jährige Tochter) ist. Durch diese 5 Wochen Übelkeit zu gehen und dann ALLES loszulassen ohne zu wissen wofür. Meinem Körper zu vertrauen, dass er alles zu seiner Zeit kann und gut macht und die Kraft der Familie zu spüren. Ich denke es war nicht umsonst auch wenn es sich mir zu diesem Zeitpunkt nicht erschließt warum das so kam. Ich wünsche Dir für Deine Schwangerschaft und Deine Familie alles Gute und danke Dir für Dein Wirken!!! Liebe Grüße, Simone
Liebe Simone, danke fürs Teilen. Und heftig, dass du das gleich zweimal durchgemacht hast mit der Übelkeit und anschließender stiller Geburt. Umso beeindruckender, dass du dennoch Dankbarkeit für die Erfahrungen empfinden kannst. An sich bin ich ja auch der Meinung, dass keine Erfahrung, die wir in unserem Leben machen, umsonst war. Nur wie du sagst, manchmal erkennen wir erst im Nachhinein, wofür es gut war. Du bist wirklich eine starke Frau und Mutter und ich drücke die Daumen, dass die nächste Schwangerschaft besser verläuft, falls ihr euch noch ein Kind wünscht. Alles Liebe, Sophie
Liebe Sophie,
herzlichen Dank für Deine Offenheit und Vertrauen. Wie gut, dass Du so ein klares Gefühl für Dich und das was dran war hattest. Ich finde es gibt Sicherheit, zu lesen wie ihr ganz praktisch nach der Blutmenge geguckt habt. Ein solches Wissen kann in einer Situation wichtig sein. Die Natur hat das wohl so entschieden, wie es für Euch passte, denke ich. Alles Liebe fürs kommende und immer wieder genug und gutes nahrhaftes Essen für drei im werden 🙂 . Du stillst doch bestimmt noch … .
Viele liebe Grüße, Miriam
Danke Miriam. Tatsächlich habe ich mit Beginn meiner jetzigen Schwangerschaft abgestillt. Tagsüber wollte Leon sowieso kaum noch trinken und das nächtliche Stillen war soo häufig und morgens dann oft stundenlang, dafür hatte ich dann keine Kraft mehr.
Liebe Sophie!
Danke für deine Offenheit! Es tut mir sehr leid für dich dass du ein Kind verloren hast.
Ich habe selbst vor ein paar Monaten ein Kind verloren. Mir hat es sehr geholfen von anderen Müttern zu lesen, die diese Erfahrung teilen. Das war hier nicht so. Für mich ist Natürlichkeit ein sehr hohes Gut, nur leider ist manchmal ein medizinischen Eingriff notwendig wie bei mir. Mich belastet das heute noch. Nur was deine Hebamme behauptet stimmt einfach nicht, dass der Heilungsprozess bei einer Ausschabung monatelang dauert. Das verunsichert Frauen möglicherweise und kann zu Gefährdungssituationen führen. Es wird hier auch viel Druck unter Frauen aufgebaut, auch wenn dies unbewusst geschieht. Ich bin dankbar für deinen Bericht, der mich dazu bewegt dazu etwas zu schreiben.
Alles Gute für dich , dein ungeborenes Kind und deine Familie! Stefanie
Liebe Stefanie, danke fürs Teilen. Darf ich fragen, woher du die Sicherheit nimmst, dass der Heilungsprozess nach einer Ausschabung schneller oder genauso schnell wie bei einer natürlichen kleinen Geburt geht? Tatsächlich habe ich auch bei meinen Recherchen eher das Gegenteil gelesen, sogar, dass manchmal zweimal ausgeschabt werden muss und man dann mind. ein halbes Jahr bis Jahr warten sollte. Aber falls das eine Fehlinformation war, lasse ich mich gerne eines besseren belehren. 😉 Ich hatte ja auch nicht geschrieben, dass es immer monatelang dauern muss, nur dass es ratsam ist, mit einer erneuten Schwangerschaft mindestens ein paar Monate zu warten.
Es tut mir Leid, dass dich der medizinische Eingriff noch belastet und ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute!
Liebe Sophie,
vielen herzlichen Dank für deinen Bericht zur stillen Geburt. Leider wird über dieses Thema selbst im engsten Freundeskreis sehr wenig erzählt, obwohl es doch sehr häufig vorkommt.
Ich habe das 2020 ganz ähnlich erlebt. Bei mir wäre es das zweite Kind gewesen. Aber da auch ich nach einer Hausgeburt des ersten Kindes sicher war, dass eine Ausschabung o. ä. für mich nicht in Frage kommt, habe auch ich geduldig und ganz im Vertrauen abgewartet, dass die Natur das schon regeln wird.
Und genau so war es. Leider war das Kleine bei mir tatsächlich etwas weiter entwickelt, da es wohl erst in der SSW10 aufgehört hatte zu wachsen. Drum konnte ich sehr wohl bereits ein kleines „Menschchen“ erkennen, das sich aber auch fast 4 Wochen Zeit gelassen hatte, sich zu verabschieden.
Natürlich ist das Ganze kein freudiges Ereignis, aber die Erfahrung zuhause und die Erkenntnis, dass der Körper genau das Richtige zum richten Moment tut, ist sehr beruhigend und heilsam. Sicherlich auch für den anschließenden Verarbeitungsprozess.
Ich habe meine stille Geburt tatsächlich nur telefonisch von meiner Hebamme begleiten lassen und ganz darauf vertraut, dass schon alles „rauskommen“ wird.
Inzwischen habe auch ich zwei gesunde Kinder, die beide in Ruhe und Harmonie zuhause ankommen durften, nur begleitet durch meine Hausgeburtshebamme und meine Familie (inklusive Hündin). Da auch für mich Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt nicht in Frage kamen, kann ich alles was du schreibst nicht nur verstehen, sondern zu 100% nachvollziehen.
Daher meinen größten Respekt an dieser Stelle, dass du das tiefe Vertrauen hattest, den sicher auch bei dir immer wieder von außen kommenden Fragen und Unsicherheiten widerstehen zu können.
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute für dich und deine Familie.
Liebe Cornelia, ganz lieben Dank für deine Gedanken und den Erfahrungsaustausch.
Danke für das Öffnen dieses Raumes. Achtung, das hier wird keine „irgendwie wars auch schön“-Geschichte.
Ich habe auch Kinder verloren. Habe 2 gesunde wunderbare Buben, 8 und 6 Jahre alt, und hätte so gerne noch ein Kind bekommen. Wirklich tatsächlich sehr ersehnt. Viele Male ist es schon an der Einnistung gescheitert, einige Male war es nach ca 3-4 Wochen, und auf jeden Fall zwei Mal war es definitiv so ca. 8.-12. Woche. Ruhig und Beschaulich war daran gar nichts, so wie in meinem Leben lange Zeit eben auch nicht. Beide Male war ich in der Arbeit (Sonderschul-Lehrerin), hatte Stress und hab einfach gemerkt, es zieht und zwickt, da geht eine Blutung los oder was ab, bin aufs Klo gegangen und da war Blut und Gewebe/gestocktes Blut und so wie du beschreibst (danke für deine genaue Beschreibung) auch ein knapp faustgroßer Klumpen. Das ging alles immer direkt ins WC und ich hatte weder Zeit noch Raum noch Nerven es genauer zu untersuchen, da ich ja direkt zurück zum Unterricht musste. Ich hatte dann immer ein paar Tage Blutungen mit viel Gewebe, wie eine starke Regelblutung.
Mein damals noch Ehemann, Vater meiner beiden Kinder, hat sowieso immer gesagt, ich übertreibe, das ist Blödsinn, ich wäre gar nicht schwanger gewesen und bilde mir das nur ein. Er sagte ich bin schuld dass ich nicht schwanger werde, weil ich immer so einen Stress habe. Ja das stimmte wohl zum Teil, auch wenn Schuld kein sinnvolles Konzept ist. Oft war es auch harter schmerzhafter Sex, arger Streit oder Verwirrung und Demütigung. Es war eine sehr toxische, zerstörerische Beziehung, aus der ich hoffentlich jetzt bald geschieden werde. Ich schäle mich und die Kinder jetzt schon eineinhalb Jahre da raus. Sehr behutsam, da Selbstmorddrohungen meines Ex aus Verzweiflung im Wechsel mit Aggression und Apathie im Raum stehen, und er immerhin der Vater meiner Kinder ist.
Einmal habe ich an eine schamanischen Gebärmutterreinigung teilgenommen, mit einer Gruppe von Frauen, in einer Meditation. Alle haben ein wenig erzählt, und eine Sichtweise hat mich sehr berührt: Es gibt so viele Kinder, die abgetrieben werden, weil sie unerwünscht sind aus verschiedensten Gründen, und diese brauchen dann die Erfahrung, ersehnt, erwartet und erwünscht zu sein. Und das reicht ihnen dann oft schon, um die Abtreibung in sich zu heilen, drum gehen sie dann wieder… das hat mir damals sehr viel Kraft gegeben, als ich so allein und verzweifelt war mit dem Thema, weil ich dachte, ja, so sehr aus tiefstem Herzen ersehnt, erwünscht, geliebt… vielleicht kommen deswegen so viele zu mir und gehen dann gleich wieder, weil das so intensiv war bei mir, das Lieben und Sehnen. Das hat mich getröstet, dass es zumindest für die Seelen einen Sinn hatte.
Die Schamanin hat es mir dann auch bestätigt, also dass es viele waren. Ihre bestürzten Worte waren: Bei dir hab ich da einen ganzen Kindergarten gesehen!
Jedenfalls bin ich inzwischen 46 und Wechsel ist fertig, kein Baby mehr möglich. Vielleicht, nach Scheidung, Erholungs- und Heilungszeit, ergibt sich noch ein schönes Patchwork-Setting mit Baby, wer weiß.
Wer soweit gelesen hat, danke.
Und zur Beruhigung: Ich lass mich gut begleiten, nehme Beratung, Coaching und Therapie für die Kinder und auch für mich in Anspruch.
Alles Liebe euch
Liebe Lydia, vielen Dank für deine Offenheit und den Bericht. Es bestürzt mich sehr zu lesen, was du für Erfahrungen machen musstest. Vor allem, dass du nach den kleinen Geburten einfach zurück in den Unterricht gegangen bist!? Du hättest dich doch krankschreiben können! Tut mir sehr Leid, dass dir dafür scheinbar der Mut oder die Kraft gefehlt hat. Aber schön, dass dir die Sichtweise der Schamanin geholfen hat, die schmerzenden Erfahrungen etwas zu lindern. Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft für den Weg, der dir noch bevorsteht. Deine Sophie
Liebe Sophie,
danke für deine Offenheit, diese Erfahrung zu teilen und so einmal zu beschreiben, wie eine solche stille Geburt in ihrer Natürlichkeit sein kann.
Meine ältere Schwester hatte als ich noch sehr klein war, eine Abtreibung, worüber in der Familie niemand sprach… und erst viel später erfuhr ich davon und von hadernden Gedanken bei der Vorstellung, wie alt das Kind mittlerweile wäre ):
Wenn sich kaum ein Leben entwickelt hatte und es natürlicher Weise von der Mutter wieder entweicht, ist das doch sicher besser.
Für nun dein viertes Kind und die Familie alles Gute!
Vielen Dank liebe Carolin.