„Na, wie ist es so mit drei Kindern?“

Seit unser Sohn auf der Welt ist, werde ich immer wieder gefragt, wie für mich die Umstellung von zwei auf drei Kinder war. Unter anderem auch deshalb, weil manche Mamas selbst mit dem Gedanken an ein drittes Kind spielen. Eine Leserin fragte mich, ob ich nicht einen Blogartikel dazu schreiben könnte – und voilà: Bevor in ein paar Monaten unser viertes Kind auf die Welt kommt und sicherlich noch einmal alles auf den Kopf stellen wird, möchte ich hier einen Einblick in die ersten Jahre mit drei Kindern geben.

Heute ist unser Sohn Leon 2,5 Jahre alt und seine großen Schwestern Lavanda und Fleur sind 12 und 10 Jahre alt.

Ein Update über die ersten vier Monate mit Kind Nummer drei habe ich übrigens hier schon geschrieben.

Umstellung von zwei auf drei Kinder

Ich habe häufig von Müttern gelesen, dass sie die Umstellung von einem auf zwei Kinder schwieriger fanden als die von zwei auf drei. Es gibt die Theorie, dass man beim zweiten Kind noch verzweifelt versucht, einfach alles so weiterzumachen wie vorher – nur mit einem Kind mehr. Und das ist natürlich meist nur schwer zu schaffen (wenn überhaupt). Beim dritten Kind hingegen kapituliert man gewissermaßen direkt und probiert es gar nicht erst, weil sowieso klar ist, dass nicht mehr alles perfekt laufen kann. 😉

Ja, vieles wird mit drei Kindern tatsächlich auch bei uns entspannter angegangen, weil es in bestimmten Situationen gar nicht mehr anders möglich ist.

Bei der Geburt von Leon waren Lavada neuneinhalb und Fleur siebeneinhalb Jahre alt und ich kann auf jeden Fall sagen, dass der große Altersabstand zum dritten Kind bei uns sehr dazu beiträgt, dass ich die bisherige Baby- und Kleinkindzeit mit unserem Sohn als relativ entspannt empfinde.

Allerdings erinnere ich mich auch nicht daran, die Umstellung von einem auf zwei Kinder als besonders anstrengend erlebt zu haben.

Schlafrhythmus und Tagesstruktur mit Schulkindern und Kleinkind

Bis Leon etwa zwei Jahre alt war, hat er für eine lange Zeit zweimal am Tag geschlafen – einmal vormittags und einmal nachmittags.

Morgens ist er häufig mit aufgewacht, wenn ich mit Lavanda oder Fleur für die Schule aufgestanden bin. Das war oft schon zwischen 6 und 7 Uhr, und eigentlich hätte er am liebsten noch einmal gestillt und weitergeschlafen. Da ich dann jedoch schon mit dem Frühstück beschäftigt war, nahm ich ihn mit ins Wohnzimmer, wo er meist schnell richtig wach wurde. Die Mädels hat er dann oft gern im Kinderwagen zur Schule oder zur Bushaltestelle begleitet.

Dadurch, dass er geweckt wurde, bevor er richtig ausgeschlafen war, war er häufig schon gegen 10 Uhr wieder müde. Das kam mir allerdings ganz gelegen. Meist bin ich dann eine Runde mit ihm im Kinderwagen in den Wald gegangen, und wenn wir wieder zu Hause waren, hat er noch ein bis zwei Stunden im Wagen geschlafen, während ich gearbeitet oder – wenn es später war – gekocht habe.

So vergingen die Vormittage schnell, bis die Mädels aus der Schule kamen. Zu Grundschulzeiten war Fleur oft schon um 12:15 Uhr wieder zu Hause.

Nachmittags hat Leon gegen 15 oder 16 Uhr noch einmal geschlafen, was wiederum praktisch war, weil dann etwas Ruhe für oder mit den Großen möglich war.

Kurz vor seinem zweiten Geburtstag pendelte es sich auf einen Mittagsschlaf ein, wobei dann auch Sommerferien waren und er morgens oft länger geschlafen hat.

Inzwischen gibt es auch Tage ohne Mittagsschlaf. Man merkt ihm jedoch an, dass ihm die Pause noch guttut. Und selbst wenn er nicht schläft, geht er abends nicht unbedingt früher ins Bett oder wacht doch noch einmal auf – dann wird es eher noch später mit dem Nachtschlaf. Deshalb achten wir darauf, dass er mittags oder nachmittags schläft, auch wenn er abends selten vor 21:30 oder 22 Uhr im Bett ist. Immerhin muss er morgens nicht früh raus und kann ausschlafen.

Es passt auch einfach besser in unseren Familienalltag, wenn nicht einer von uns um 19/20 Uhr mit ihm ins Bett verschwinden muss, zur Einschlafbegleitung. Denn in der Zeit essen wir oft noch zu Abend und die Mädels sind auch noch wach, sodass Leon auch gar nicht ins Bett gehen mag. Wenn er dann mitkriegt, dass die anderen auch schlafen gehen, fällt es ihm leichter..

Meist gehe ich dann auch direkt mit ihm ins Bett – manchmal sogar vor ihm –, weil mir sonst der Schlaf nicht reicht, bis ich um 6 Uhr die Mädels für die Schule wecken muss. Abends kann ich ohnehin nicht mehr konzentriert arbeiten, da wäre es nur frustrierend, es überhaupt zu probieren. Dafür habe ich dann morgens immer wieder ein Stündchen Ruhe, um mich zu sortieren, wenn die Mädels aus dem Haus sind und Leon noch schläft.

Große Schwestern – viel Harmonie und große Unterstützung

Mit drei kleinen Kindern bräuchte man in der Tat öfter mal drei Hände, gerade wenn man draußen an der Straße unterwegs ist. In unserem Fall sind die Mädels jedoch schon so groß, dass sie selbst oft den Kleinen an die Hand nehmen und ich dann sogar alleine nebenher laufe.

Unterstützung im Alltag – wenn große Geschwister helfen

Vor ein paar Wochen, als hier so viel Schnee lag, habe ich wieder mal eine ganz große Dankbarkeit dafür gespürt, dass die Mädels einfach schon so groß und verantwortungsvoll sind, dass ich Leon ohne Bedenken auch alleine mit ihnen raus schicken kann. Sie haben im Garten oder in unserer Sackgasse gespielt und mit Schnee gebaut, während ich gekocht oder gearbeitet habe.

Beim gemeinsamen Schneespaziergang wollten sie von sich aus Leon im Schneebob ziehen. Ich musste daran denken, wie ich früher teilweise beide gleichzeitig hinter mir hergezogen habe – und nun ziehen sie ihren kleinen Bruder, während ich entspannt danebenlaufe. 🙂

Geschwister mit großem Abstand

Auch sonst integrieren sie ihn draußen schon oft wunderbar in ihre Spiele. Kreide malen, Fahrzeuge fahren, Bus spielen mit dem Bollerwagen – vieles klappt schon richtig gut. Und ich bin sicher, im kommenden Frühjahr und Sommer wird es noch leichter. Das ist wirklich schön mit anzusehen.

Und auch so simple Dinge, die einen mit einem oder mehreren Kleinkindern manchmal herausfordern, wie mal kurz die Wäsche in den Keller bringen, oder (allein!) auf die Toilette gehen, duschen, telefonieren… sind kein Problem, weil die Mädels in der Zeit auf Leon achten können.

Spielen ohne Konkurrenz – Vorteile des großen Altersabstands

Was mir immer wieder auffällt: Aufgrund des großen Altersunterschieds gibt es bei uns keinen Streit um Leons Spielsachen. Das merke ich besonders, wenn andere Kleinkinder zu Besuch sind und plötzlich um Spielzeug gerungen wird. Beim ersten Mal war Leon wirklich total perplex, denn er kannte das überhaupt nicht, dass ihm jemand ein Spielzeug aus der Hand reißen will. Und so gerne ich Spielbesuch für Leon habe, so anstrengend ist es auch manchmal und ich denke dann, ach wie entspannt ist es, wenn einfach nur seine größeren Schwestern da sind.

Auch im Haus gibt es viele Momente, in denen sie zu zweit oder dritt richtig schön zusammenspielen – Lego bauen, Höhlen errichten, Bücher anschauen oder vorlesen.

Aktivitäten, Quality-Time und kleine Gewissensbisse

Exklusive Zeit mit den Großen – Anspruch und Realität

Es gibt natürlich auch Aktivitäten, die ich eigentlich gerne mehr mit den Großen machen würden, bei denen der Kleine aber nicht mit dabei sein kann. Ins Kino, Theater oder auf Konzerte gehen, oder auch Schlittschuhlaufen. Auch beim Schwimmen kann ich alleine dann nicht mit Leon ins tiefe Becken. Da müssen wir uns aufteilen, sodass mein Mann in der Zeit etwas mit Leon macht, während ich mit den Mädels ins Kino gehe – oder umgekehrt.

Eigentlich war auch mal die Idee, regelmäßig (zum Beispiel einmal pro Woche) ganz bewusste Quality-Time für die Großen mit uns einzuplanen – und zwar für jede Tochter einzeln mit einem von uns. Als Zeit, in der man dann Dinge machen kann, auf die sie Lust haben, die im Alltag untergehen oder für die sie sich gerade speziell interessieren. Ehrlich gesagt hat das bisher noch nicht geklappt, aber ich habe es weiter im Hinterkopf, weil ich glaube, dass es ihnen und unserer Bindung wirklich guttun würde.

Angebote für den Jüngsten – warum es manchmal nicht passt

Auf der anderen Seite würde ich mit Leon ganz gerne mal das Kinderturnen ausprobieren. Allerdings ist das am Nachmittag, wenn die Großen gerade erst von der Schule heimgekommen sind. Das finde ich dann schade, weil ich einerseits Zeit mit den Großen haben möchte und andererseits freut sich ja auch Leon darauf, dass seine Schwestern endlich wieder nach Hause kommen. Deshalb haben wir das bisher nicht gemacht. Da wäre es praktischer so ein Angebot am Vormittag zu haben.

Filme, Spiele und Kompromisse im Familienalltag

Auch zu Hause ist es manchmal ein Spagat. Die Mädels sind jetzt in dem Alter, dass wir schon gern mal ab und zu am Wochenende oder in den Ferien gemeinsam gemütlich einen schönen längeren Spielfilm anschauen würden. Nur… was macht Leon in der Zeit? Den Film genau dann zu schauen, wenn er mittags schläft, passt oft zeitlich nicht und abends ist er ja auch immer so lang wach. . Das heißt, es kann dann entweder nur einer von uns mit den Mädels schauen – was auch schade ist – oder Leon schaut mit, zumindest einen Teil des Films.

Bei Lavanda wäre es für mich glaube ich noch undenkbar gewesen, sie mit zwei Jahren bei einem 90-minütigen Spielfilm mitschauen zu lassen. Jetzt bin ich da auch lockerer geworden, weil es einfach manchmal nur schwierig anders möglich ist. Da ist dann zwar schlechtes Gewissen mit dabei, aber dafür freuen sich die Mädels, dass wir zusammen schauen und es sind ja auch wirklich nur seltene Ausnahmen ein paar mal im Jahr. Da habe ich jetzt auch nicht wirklich Bedenken, dass es Leon schaden könnte.

Über die Weihnachtsferien haben wir festgestellt, dass es sogar überraschend gut funktioniert, Gesellschaftsspiele am Tisch zu spielen, obwohl Leon mit dabei ist. Ich dachte lange, er würde uns dann bestimmt alle Kleinteile auseinandernehmen und nicht zum Spielen kommen lassen. Aber nein, wir haben Monopoly, Kniffel, Rummy, Bonanza und mehr gespielt. Tatsächlich kann er jetzt jede Bohnenkarte benennen (Feuerbohne, Gartenbohne…) ;-). Er bekommt dann einfach seine eigenen Würfel, oder darf für uns Würfeln, bekommt auch Karten und Spielfiguren, mit denen er vor sich am Tisch spielt. Manchmal steht er nach einer Weile auch einfach auf und spielt alleine, während wir am Tisch weiterspielen können.

Vereinbarkeit von Schulkindern und Kleinkind im Haus

Da wir ein relativ großes Wohnzimmer haben, aber nur ein kleines Kinderzimmer, stehen die Schreibtische der Mädels bei uns ebenfalls im Wohnzimmer. Als Leon angefangen hat, sich überall hochzuziehen, haben wir ein Holzgitter vor den Schreibtisch-Bereich gestellt, damit die Mädels ihre Schulsachen bedenkenlos auf dem Tisch liegen lassen und dort (mehr oder weniger) in Ruhe arbeiten konnten. Das ging auch eine ganze Zeit lang gut, bis er dann anfing zu klettern und auch mehr Kraft hatte, mit der er dann am Gitter rüttelte und sich Durchgang verschaffen wollte. Dann haben wir die Gitter abgeschafft und die Mädels mussten von da an Kleinteile und Dinge, die Leon nicht erreichen sollte, anders unterbringen.

Mit der Ruhe für die Hausaufgaben ist es jedoch manchmal so eine Sache. Am besten hat es geklappt, wenn Leon sein Nachmittagsschläfchen gemacht hat. Dann konnte ich mich auch in Ruhe dazu setzen oder bei Fragen weiterhelfen. Denn mich nebenher mit Leon zu beschäftigen und ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen, das klappt nur bedingt gut. Doch zum Glück ist ja auch mein Mann zu Hause und kann den Mädels weiterhelfen oder beim Lernen unterstützen. Und im Kinderzimmer steht auch noch ein Schreibtisch, an den sie sich zurückziehen können, wenn sie ihre Ruhe brauchen oder wollen.

Geschwisterabstand groß

Manchmal gibt es auch Situationen, da machen die Mädels Sachen, bei denen Leon unbedingt mitmachen mag, aber nicht soll. Zum Beispiel, wenn sie im Wohnzimmer mit dem Mikrophon Karaoke singen wollen. Dann will er auch unbedingt das Mikrophon haben und lässt auch nicht locker. Da schicke ich die Mädels dann manchmal nach oben ins Kinderzimmer, damit sie in Ruhe singen können. Wenn Lavanda Klavier spielen möchte und Leon dann auch unbedingt mitmachen mag, kann ich sie natürlich nicht einfach mit dem Klavier hochschicken. Da muss sie dann entweder warten, bis er anderweitig beschäftigt wird oder ist, oder sie nimmt ihn eine Weile auf den Schoß, bis er die Lust am Spielen verloren hat und sie dann alleine weiterspielen kann.

Was auch manchmal schwierig ist, wenn die Mädels Besuch von Freundinnen haben. Das findet Leon dann auch immer spannend und möchte am liebsten die ganze Zeit dabei sein. Das finden die Mädels aber manchmal nicht so toll und möchten lieber mit ihrem Besuch alleine spielen. Dann müssen sie sich auch ins Kinderzimmer verziehen, oder sie treffen sich dann gleich lieber bei der Freundin als bei uns.

Mehr Wohnraum wäre hier auf jeden Fall hilfreich. Wir haben aktuell auch noch kein eigenes Kinderzimmer für Leon. Das ist zwar jetzt auch noch nicht nötig, aber perspektivisch natürlich schon.

Neue Herausforderungen im Leben mit drei Kindern

Organisation – Wäsche, Kleidung und Schuhe

Ein Punkt, der in jedem Fall nicht zu leugnen ist: Mit jedem Kind fällt mehr Wäsche an und es ist eine ständige Herausforderung, für alle passende Kleidung und Schuhe da zu haben. Und leider passen nicht alle Klamotten von den Großen immer zur richtigen Jahreszeit auch dem Kleinen. Manches ist nach zwei Kindern auch einfach „durch“ oder wurde zwischenzeitlich weitergegeben und muss neu angeschafft werden. Dann hat der eine breitere Füße, als die andere… ach, man ist gefühlt einfach ständig dabei, neue Kleidung oder Schuhe anzuschaffen, weil immer irgendetwas fehlt.

Das passende Auto für drei Kinder

Ein Thema, das mit dem dritten Kind wohl auch für viele ansteht, ist das passende Auto. Dazu habe ich auf meinem Blog sogar schon einen Artikel geschrieben mit eurer Unterstützung: Community-Wissen: Die besten Autos für Familien mit 3 Kindern.

Tatsächlich haben wir persönlich uns immer noch kein neues Auto angeschafft. Es ist doch eher selten, dass wir alle fünf irgendwo hin fahren müssen und wenn, dann habe ich mich bisher hinten in die Mitte gequetscht, weil bei uns drei Kindersitze nicht auf die Rückbank nebeneinander passen. Oder, wenn es eine längere Fahrt war, bin ich mit einem oder mehreren Kindern mit dem Zug gefahren und mein Mann mit dem Auto. Das fand ich dann auch recht entspannt eigentlich.

Und jetzt, wo wir das vierte Kind erwarten, mussten wir das Thema sowieso nochmal komplett neu überdenken und sind zu dem Schluss gekommen, dass für uns nur noch ein Bus infrage kommt. Daher warten wir aktuell auf das passende Angebot, bei dem wir dann zuschlagen wollen.

Neue Kontakte und unterschiedliche Lebensphasen

Im Laufe der Jahre haben sich einige meiner Mama-Freundschaften aus der Kleinkindzeit mit den Mädels verlaufen oder einfach auseinandergelebt. Die Mädels haben ja auch mehrmals die Schule gewechselt und neue Freundinnen gefunden, deren Eltern ich oft noch gar nicht kenne. Klar, man sitzt ja nun auch nicht mehr zusammen mit den Kindern auf dem Spielplatz …

Da auch Leon kindergartenfrei aufwachsen wird, war ich in den letzten Jahren ganz bewusst wieder auf der Suche nach gleichgesinnten Müttern mit Kindern etwa in Leons Alter, die auch vormittags Zeit für Treffen haben. Ich habe auch einige kennengelernt, die Interesse daran haben, längerfristig eine Art gemeinschaftliche Kinderbetreuung oder Mütterteam aufzubauen (juchu!).

Wenn wir uns mit diesen Familien dann jedoch am Wochenende oder nachmittags als ganze Familie treffen, ist das natürlich ein bisschen schade für die Mädels, weil nur Kleinkinder dabei sind. Allerdings haben sie auch immer wieder ganz viel Spaß mit den Kleinen. Freunde in ihrem Alter können sie ja dann nachmittags alleine besuchen.

Mit neuen Kontakten, die nur nachmittags können, ist es schwieriger, weil dann die Mädels zu Hause sind, mit denen ich auch noch Zeit haben möchte, oder weil sie manchmal auch zu ihren Hobbys oder Freunden gebracht oder abgeholt werden müssen.

Was ich noch schön fände, wären Kontakte, die ebenfalls ähnlich große und kleinere Kinder haben, aber das ist wohl nicht so einfach. Vor allem schätze ich: Selbst wenn ich welche kennenlernen würde, wären gemeinsame Treffen eher schwierig, weil die älteren Kinder eben doch oft nachmittags irgendwelche Sportvereine oder Hobbys haben oder etwas für die Schule machen müssen. Wir haben hier zum Beispiel eine neue Familienwandergruppe, was ich total schön finde, aber da fehlen noch ein bisschen die Familien mit älteren Kindern für meine Mädels.

Me-Time und Vereinbarkeit von Familie und Beruf als 3-fach Mama

Warum ich mit vollen Akkus gestartet bin

Viele Mamas berichten, dass sie mit drei Kindern sehr ausgelaugt sind, weil sie überhaupt keine Zeit mehr für sich selbst haben.

Ein entscheidender Punkt in dem Zusammenhang ist in meinem Fall, dass 7,5 Jahre zwischen Fleur und Leon liegen und ich gerade in den Jahren vor Leons Geburt meine Me-Time-Bedürfnisse schon gut auftanken konnte. Fleur war schon seit 1,5 Jahren in der Schule – das heißt, vormittags hatte ich seither fast täglich einige Stunden ganz ohne Kind zu Hause. Außerdem war mein Mann mit den Kindern auch schon mehrmals allein bei seiner Mutter gewesen, sodass ich zwischendurch sogar mal ein oder zwei Wochen komplett „kinderfrei“ hatte. Und in dem Alter haben die Mädels auch schon mal stundenlang mit Freunden draußen gespielt oder sich aufs Sofa verzogen und gelesen. Auch die Nächte waren im Normalfall ruhig.

Ich bin also nicht mit einem Schlaf-, Energie- oder Me-Time-Defizit in das Leben als 3-fach-Mama gestartet, sondern mit vollen Akkus. Das macht sicherlich einen großen Unterschied.

Selbständigkeit statt beruflicher Pause

Wenn Mütter ihre Kinder selbst betreuen, sind sie bei zwei oder mehr Kindern oft viele Jahre lang weg aus dem Berufsleben, das sie vielleicht auch vermissen, oder sie haben Bedenken, wie es mit der Rückkehr in den Beruf laufen wird.

Das ist bei mir zum Glück ebenfalls kein Thema, weil ich ja nun schon seit knapp 10 Jahren selbständig bin und auch mit dem 4. Kind weiterhin nebenher arbeiten werde. So habe ich quasi keine große „berufliche Lücke im Lebenslauf“. Meine Arbeit macht mir zudem richtig Spaß und fühlt sich für mich auch immer nach Me-Time an, weil sie mich einfach erfüllt. Deshalb brauche ich gefühlt auch nicht so viel weitere Zeit für mich, weil der Topf sozusagen schon ganz gut gefüllt ist. Einmal in der Woche gehe ich abends noch in den Chor, und wenn ich mal noch einen Fitnesskurs oder Ähnliches machen will, klappt das auch, dass mein Mann in der Zeit die Kinder übernimmt.

Gibt es DEN perfekten Altersabstand für Geschwister überhaupt?

Es kursieren ja viele Theorien darüber, was der perfekte Altersabstand für Geschwisterkinder ist. Ich bin der Meinung, dass es gar nicht DEN perfekten Abstand gibt. Denn auch da spielen einfach so viele individuelle Faktoren mit.

Der perfekte Abstand aus Sicht der Eltern ist vielleicht ein anderer, als der aus Sicht der Kinder. Dann kommt es auf die persönlichen Interessen der Kinder an, auf den Charakter, vielleicht auch auf das Geschlecht usw.

Kinder, die nah beieinander sind, können zwar vom Alter her vieles gut gemeinsam machen, und manchmal sind sie dann „ganz dicke“ und spielen wunderbar zusammen, aber ich kenne auch Familien, da gibt es trotzdem ständig Streit und Konflikte.

Ebenso gibt es Geschwister mit größerem Altersabstand, die ein Herz und eine Seele sind und richtig viel Zeit miteinander verbringen, während andere nicht so viel miteinander anfangen können.

Umstellung auf drei Kinder

Und dann kommt es, denke ich, auch noch darauf an, wie viel Zeit beide Elternteile für die Kinder haben und wie viel Energie, Geduld, Ruhe … und was es noch alles braucht, sie zur Verfügung haben.

Daher hilft es auch nicht, sich mit anderen Müttern oder Familien zu vergleichen. Meine Erfahrungen lassen sich nicht auf andere Mamas übertragen. Daher lies meinen Blogartikel gerne als persönlichen Erfahrungsbericht und nicht, um zu beurteilen, ob ein drittes Kind für euch selbst in Frage käme oder nicht.

Für mich fühlt sich der Abstand von den Mädels zu Leon gerade perfekt an. Sie sind groß genug, um zu verstehen, dass Leon eben oft noch mehr Aufmerksamkeit von uns braucht, sodass Eifersucht oder Konkurrenzgedanken etc. kaum eine Rolle spielen. Und sind verantwortungsbewusst, sodass ich weiß, sie passen gut auf ihn auf, wenns drauf ankommt. Gleichzeitig sind sie noch jung genug, um mit ihm Rollenspiele und anderes zu spielen. Ich könnte mir vorstellen, je älter sie werden, desto weniger werden sie Lust auf manche Kleinkindspiele haben und einfach immer mehr ihre eigenen Wege gehen oder sich noch mehr verabreden usw.

Deshalb ist es ja auch umso schöner, dass Leon schon bald noch ein Geschwisterchen bekommt, sodass er auch vormittags nicht allein zu Hause sein wird, sondern dann auch später noch einen Spielkameraden/in hat, der/die etwa in seinem Alter sein wird.

Wie wohl die Umstellung von drei auf vier Kinder wird?

Es bleibt abzuwarten, aber momentan denke ich, dass wir auch mit vier Kindern ganz gut klarkommen werden, und das Baby dann eher „mitläuft“ und zum Beispiel beim Vormittagsprogramm mit Leon gut dabei sein kann. Natürlich wird es eine neue Herausforderung und es wird noch MEHR Wäsche, Geschirr… ja einfach ein Kind mehr, dem wir gerecht werden müssen.

Einfach? Wir werden sehen! 😉

Trotzdem denke ich, dass der Unterschied von drei auf vier sich bei uns eher wieder ähnlich anfühlen wird wie von eins auf zwei, weil wir dann eben wieder Baby plus Kleinkind haben. Aber ich lasse mich überraschen, und vielleicht gibt es in ein paar Jahren dann noch ein Update zum Thema.

Jetzt interessiert mich, wie es bei euch anderen Mehrfachmamas war. Fandet ihr die Umstellung von einem auf zwei Kindern schwieriger als von zwei auf drei oder dann auf vier? Bei Großfamilien mit sechs oder mehr Kindern scheint es mir oft, als würde es irgendwann gar nicht mehr darauf ankommen, ob noch ein oder zwei Kinder dazukommen, weil sich das Familienleben einfach irgendwie eingespielt hat. Ist das wirklich so? Oder sieht es nur so von außen aus?

Welchen Altersabstand habt ihr bei drei oder mehr Kindern und wie fühlt sich das für euch an? Ich bin gespannt auf eure Berichte in den Kommentaren.

Umstellung von zwei auf drei Kinder – Unser Alltag mit Schulkindern und Kleinkind
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2 Gedanken zu „Umstellung von zwei auf drei Kinder – Unser Alltag mit Schulkindern und Kleinkind

  • 2026-02-18 um 22:16 Uhr
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    Ich habe zwei Kinder (6,5 und 3) und eine Bonustochter (11,5). Ich fand die Umstellung von Kein-Kind zu einem Kind sehr intensiv. Ich war aber auch nach 1 Woche mehrheitlich tagsüber alleine zuhause und konnte mein älteres Kind kaum ablegen. Ich kam nicht zum Essen und war dadurch total ausgelaugt. Auch die Geburt war sehr lange und kräftezehrend. In der zweiten Schwangerschaft hab ich dann viel besser für mich gesorgt. Habe organisiert, dass mein Partner die ersten 6 Wochen zuhause bleibt und da ist.
    Mein grosses Kind war bei der Geburt 3 J. und 8 Monate und konnte vieles schon verstehen und nachvollziehen. Sie hat mir auch geholfen (war da noch nicht im Kiga). Ich hatte schon auch Gewissensbisse, da ein Baby halt deutlich mehr Zeit braucht. Die Umstellung war jedoch viel entspannter. Ich hab sehr viel an mir und meinem Mindset gearbeitet, was vieles leichter macht.

    Nach dem ersten Kind hatte ich einen grossen Kinderwunsch (für das zweite). Jetzt ist es anders. Ich würde mich über ein weiteres Kind freuen, sollte es jedoch nicht so sein, ist das auch in Ordnung.

    Ich bin sehr gespannt, wie es bei euch mit 4 Kindern sein wird und wünsche euch von Herzen alles Gute 🙂

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  • 2026-02-19 um 10:02 Uhr
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    Wie ich das so lese, denke ich, dass auch die Unterstützung durch deinen Mann eine große Rolle spielt. Nicht alle Väter sind so flexibel und oft zuhause, wie es hier den Anschein hat. Was arbeitet er denn? Hat er Homeoffice? Und wenn ja, wie teilt ihr euch untereinander die vergüteten „Arbeitsstunden“ auf? Da muss ja dann auch der Arbeitgeber mitspielen. Passt es aus seiner Sicht dann auch, er braucht ja auch Me-Time? Dieses Zusammenspiel habt ihr auf jeden Fall krass ausgeklügelt.
    Wir überlegen zurzeit ein Pflegekind aufzunehmen. Auch das wird spannend, weil man ja nie weiß wen und für wie lange man diesen kleinen Menschen da bekommt. Vielleicht ist es aber auch gar nicht praktikabel. Wie gesagt, sind wir noch am Überlegen (wir haben bisher 2 eigene Kinder).

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