Ich schreibe diese Zeilen um halb elf Uhr morgens – eine ungewöhnliche Zeit für mich zum bloggen. Das mache ich in der Regel sonst abends, wenn die Kinder im Bett sind. Im Wohnzimmer höre ich meine Kinder fröhlich lachen und singen. Heute ist das erste Treffen unseres neu gegründeten Mütterteams. Ich finde die Idee so genial und einfach, deshalb möchte ich dir davon erzählen und dir helfen, dein eigenes Mütterteam zu gründen.

Mütterteam, Zeit für dich
Endlich mal wieder ein paar ruhige Minuten nur für dich allein…

Die Idee des Mütterteams

Zum ersten mal gehört habe ich von Mütterteams bzw. Clans glaube ich auf dem Blog von Nicola Schmidt vom artgerecht Projekt. Sie hat schon 2009 darüber geschrieben, wie man sich damit das Leben als Mama erleichtern kann.

Bedürfnisorientierte Erziehung plus „es alleine schaffen wollen“ – das ist ein Ticket für eine krasse Fahrt mit Endstation Burn out. Eltern brauchen einen Clan.

Nicola Schmidt | artgerecht

Die Idee ist einfach: Zwei oder mehrere Mütter (natürlich könnt ihr auch Elternteams mit Vätern gründen!) treffen sich regelmäßig und wechseln sich mit der Kinderbetreuung ab, sodass immer eine ein paar Stunden Zeit für sich hat.

Natürlich müssen sich am Anfang erst einmal alle (besser) kennenlernen, sodass sowohl du, als auch deine Kinder Vertrauen zu den anderen Mamas gewinnen könnt. Ihr könnt euch abwechselnd bei euch zu Hause treffen, sodass deine Kinder in der vertrauten Umgebung spielen können, während du zu Beginn erst einmal in Ruhe duschen kannst, oder mal in Nebenzimmer gemütlich ein Buch liest.

Wenn das gut klappt, könnt ihr die Zeiten verlängern oder vielleicht auch mal ins nahe gelegene Café gehen oder einen Spaziergang machen. (Oder deine Kinder gehen mit den anderen eine Runde raus.)

Anschließend könnt ihr zum Beispiel noch gemeinsam kochen oder andere gemeinsame Unternehmungen machen.

Mütterteams sollen Unterstützung im Alltag bieten. Daher ist es z.B. NICHT so gedacht, dass du erst einmal die Wohnung aufräumst, bevor das Mütterteam sich bei dir trifft. Wenn, dann räumt ihr alle zusammen auf, wenn die anderen da sind. Oder du räumst auf, wenn die anderen spielen. Allerdings würde ich dir gerade am Anfang raten, deine wenigen Stunden Zeit auch wirklich FÜR DICH zu nutzen. Denn sicherlich kommst du im Alltag häufig zu kurz, dabei ist es so wichtig, dass es DIR gut geht. Wenn du diese Zeit nutzt, um aufzutanken, um zu relaxen oder kreativ zu werden, zu meditieren, ein Bad zu nehmen, irgendetwas zu tun, was dich erfüllt, dann gehst du nachher mit einer ganz anderen Power in den Alltag zurück. Du bist ausgeglichener, hast mehr Geduld mit deinen Kindern… ja, da profitieren letztlich alle davon.

Den Haushalt gemeinsam meistern

Wenn ihr ein größeres Mütterteam seid, könnt ihr auch überlegen, gelegentlich gemeinsam den Haushalt einer Familie zu wuppen. Entweder, wenn eine Mama gerade ganz akut Unterstützung braucht (Krankheit, Mann auf Geschäftsreise, alleinerziehend, Wochenbett…) oder auch einfach so reihum. Zu fünft geht es schnell, mal eben alle Fenster der Wohnung zu putzen, die Wäsche auf- und abzuhängen, oder das komplette Haus zu saugen und wischen. Außerdem macht es viel mehr Spaß. Und die Kinder könnt ihr gleich auch noch mit einbeziehen. 🙂

Die Vorteile eines Mütterteams

  • Du hast (mehr) Zeit für dich!
  • Deine Kinder haben regelmäßig in kleiner Runde Kontakt zu anderen Kindern und können in entspannter Atmosphäre eine gute Bindung zu den anderen Müttern aufbauen
  • Du bist in der Nähe und jederzeit abrufbar, wenn dich deine Kinder brauchen
  • Du kannst dich mit den anderen Müttern austauschen und Fragen/Probleme besprechen
  • Du hast ein gutes Netzwerk, wenn’s mal drauf ankommt.

Wie viele Mütter braucht ein Mütterteam?

Starten könnt ihr natürlich zu zweit. Ansonsten kommt es darauf an, wie viele Kinder ihr jeweils habt, und ob es euch lieber ist, wenn immer zwei oder mehrere Mamas gemeinsam auf die Kinder aufpassen. Wenn ihr zu dritt oder viert seid, habt ihr natürlich immer noch ein wenig Puffer, falls jemand krank wird oder ausfällt. Mehr als fünf Mamas mit Kindern wird vermutlich eher schwierig, weil es dann zu viele Kinder auf einem Haufen sind, gerade wenn ihr es bei euch zu Hause macht. Aber natürlich könnt ihr auch ein großes Team von 10 Mamas sein und euch dann individuell absprechen, zu welchen Zeiten es bei wem passt, sodass sich für einen Termin jeweils kleinere Gruppen daraus bilden.

Wie du ein Mütterteam gründest

Was du brauchst, sind natürlich andere Mütter, am besten (aber nicht unbedingt!) mit Kindern im ähnlichen Alter wie deine. Falls du schon eine Freundin/Bekannte hast, mit der du dich öfters mit den Kindern zum spielen triffst, könntest du sie gleich mal fragen, was sie davon hält, wenn ihr euch nicht „nur“ zum quatschen und spielen trefft, sondern gelegentlich auch mit der Absicht, dass eine von euch, Zeit für sich hat. Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Mutter das nicht gut findet. 😉

Falls du in deiner Umgebung noch keine anderen Kontakte hast, oder zumindest keine, bei denen du dich mit dem Gedanken, dass sie dein Kind betreuen, wohl fühlst, gibt es mehrere Möglichkeiten, Mamas für dein Mütterteam zu finden.

10 hilfreiche Tipps, wie du gleichgesinnte Mamas in deiner Umgebung kennenlernen kannst, habe ich hier bereits zusammen getragen.

Außerdem gibt es auf Mütterimpulse die Öko-Mama Landkarte. Eine E-Mail an mich genügt und du kannst dich mit deine PLZ dort eintragen lassen, sodass dich andere Mütter finden können. Vielleicht ist ja sogar schon jemand aus deiner Nähe dabei.

Eine ähnliche Vernetzungs-Landkarte findest du auf der Seite kindergartenfrei.org, wenn du dich registrierst, jedoch ist diese explizit für kindergartenfrei (bzw. kitafrei) lebende Familien gedacht.

Zusätzlich kannst du gerne unter diesem Artikel einen Kommentar mit deinem Wohnort hinterlassen, wenn du Kontakte für ein Mütterteam suchst.

Facebookgruppen

Und für alle, die auf Facebook sind, da gibt es natürlich einerseits viele alternative Gruppen mit „Woher kommt ihr?“-Dateien, aber es gibt auch mehrere Facebookgruppen, die extra dafür gedacht sind, dass sich Mütterteams finden:

Jetzt bist du dran!

So, jetzt hast du alle nötigen Infos, um dein eigenes Mütterteam zu gründen! Frag also am besten direkt beim nächsten Krabbelgruppen-Termin oder Spielplatz-Besuch mal in die Runde, wer Interesse daran hat oder trage dich auf meiner Landkarte ein. Du kannst auch gerne meinen Artikel weiterleiten, sodass deine Kontakte sich in Ruhe durchlesen können, was du genau mit „Mütterteam“ meinst.

Dann wünsche ich dir viel Erfolg dabei. Und ich freue mich von deinen Erfahrungen zu lesen! 🙂

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Wie du ein Mütterteam gründest und endlich mal wieder Zeit für dich hast!
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5 Gedanken zu „Wie du ein Mütterteam gründest und endlich mal wieder Zeit für dich hast!

  • 2017-11-13 um 00:37
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    Hallo. Ich finde die Idee genial und würde mich über neue Kontakte sehr freuen. 😊
    71543 Wüstenrot
    Liebe Grüße

    Antworten
    • 2017-11-23 um 18:21
      Permalink

      Hallo Svenja, wir kommen aus Kornwestheim, das ist nicht so arg weit von Wüstenrot entfernt. Wenn du magst, melde dich doch gerne bei uns. Liebe Grüße Christine

      Antworten
  • 2017-11-14 um 21:16
    Permalink

    Danke für die Inspiration. Mich kannst du auch gerne eintragen: Andrea 69207

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  • 2017-11-14 um 21:27
    Permalink

    Gemeinsam geht es besser. Mit unsereren Ausstellungsprojekt hatten wir Ende der Neunziger eine ähnliche Idee, ebenso wie auch das Continuum Network, das von Jean Liedloff gegründet Damals fehlte leider noch die Vernetzung über das Internet, die es heute erleichtert, neue Teampartner zu finden, wenn die vorherigen weggezogen sind oder die Kinder in die Betreuung gingen. Aber aus der Zeit hat meine ältere Tochter einen „Milchbruder“.

    Antworten

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