In meinen letzten Blogartikel Adventszeit mit Kindern gestalten – 6 schöne Rituale habe ich dir ja bereits die Idee der Wichteltür vorgestellt. Heute berichtet die Julia ein bisschen ausführlicher darüber, wie die Wichteltür dieses Jahr zum ersten Mal in ihrer Familie in die Adventszeit integriert wird.

Hallo, ich bin Julia, 34 Jahre, aus Österreich und habe eine 6jährige Tochter. Da ich viel in deutschen Facebook-Elterngruppen unterwegs bin habe ich letztes Jahr das erste Mal davon gehört, dass Wichtel in Häuser einziehen. Daraufhin beschloss ich sofort: Nächstes Jahr setze ich das um!

Ich habe die betreffenden Beiträge dann intensiv verfolgt und festgestellt, dass jeder das anders handhabt. Bei manchen bleibt der Wichtel das ganze Jahr, bei manchen nur in der Weihnachtszeit. Bei manchen ist er unsichtbar, bei manchen sichtbar (Elf on the shelf).

Ich finde alle Versionen toll, habe mich aber für eine unsichtbare Wichteldame entschieden, die voraussichtlich nur in der Weihnachtszeit bleibt. Da ich es nicht mehr erwarten konnte, war es letztes Wochenende soweit. Ich habe penibel darauf geachtet, dass ich im Vorfeld nichts Verdächtiges meiner Tochter gegenüber sage und dementsprechend groß war die Überraschung am Sonntagmorgen. Sie hatte auch noch nie davon gehört und war erst sehr verwirrt, was denn hier passiert sei und warum da eine Tür klebt. Daraufhin wurde die Kommode genauestens untersucht, ob denn da irgendwo ein Haus zu finden sei. Aber nein, nichts. Die Kommode war einfach eine Kommode und durch das Guckloch der Wichteltür sah man diese auch. Keine Wohnung dahinter.

Unsere Wichteldame hatte uns dankbarerweise ein Tomte Tummetott Buch, sowie einen Brief dagelassen. Darin erklärte sie, dass sie in der Vorweihnachtszeit gerne bei uns wohnen würde und bat in dem Brief um Erlaubnis. Dies gewährten wir ihr natürlich gern. Des weiteren erklärte sie meiner Tochter, dass sie bereits sehr alt sei. Sie hatte bereits viele Winter erlebt, in vielen Häusern gelebt und viele Namen gehabt. Daher bat sie meine Tochter, ihr einen neuen Namen zu geben. Die Wahl fiel auf „Lilli“ und unsere Wichteldame ist damit einverstanden.

Nun war die Aufregung natürlich groß. Den ganzen Tag gab es kein anderes Thema. An diesem Tag war auch mein Bonuskind, ich nenne sie mal Sabrina, da. Sie ist 8 Jahre und war hin und weg von dieser Tür. Sie stellte viele Fragen, aber da ich das ja auch nicht kannte 😉 konnte ich nicht viele Antworten geben. Wir stellten gemeinsam Vermutungen an und schrieben viele Fragen in einem Brief an Lilli nieder. Meine Tochter schrieb der Wichteldame mithilfe ihrer Schwester noch einen eigenen Brief, in dem sie sie darum bat in ihrem Zimmer nach Monstern Ausschau zu halten.

Seitdem ist also der erste Gang morgens zur Wichteltür. Meine Tochter räumt ihr Zimmer aus und legt Lilli alles Mögliche in den Garten. Federn und kleine Christbaumkugeln zur Dekoration. Eine Legokatze in der Hoffnung, dass Lilli dieser mit ihrer Wichtelmagie zum Leben erwecken kann (die Katze ist auch wirklich jeden Morgen woanders zu finden). Ein Kipferl aus der Legokiste, weil dank Wichtelmagie kann Lilli dieses bestimmt essen (es war auch wirklich verschwunden am nächsten Tag, Überraschung!).

Generell hab ich mir damit viel Arbeit angefangen. Jeden Abend, wenn meine Tochter schläft, mache ich irgendwas bei der Wichteltür (die ich übrigens von Wish habe). Ich dekoriere ein bisschen um, zünde die Kerze im Garten an (da saß des Nachts wohl jemand am Lagerfeuer) oder stelle noch ein Möbelstück dazu. Generell nutze ich die zwei Wochen bis Weihnachten, um die Tür fertigzustellen. Anfangs war nur die Tür, dann kamen der Rasen und der Zaun dazu. In weiterer Folge kommen noch kleine Stiefel, eine kleine Gartenbank Gartengeräte, ein selbstgebastelter Postkasten aus Karton und ein Baum dazu.

Außerdem habe ich Kunstschnee gekauft, damit es hoffentlich irgendwann mal nicht nur bei uns, sondern auch bei Lilli im Garten schneit. Des weiteren schreibe ich fast jeden Abend Briefe. Aber das ist es mir wirklich wert. Meine Tochter ist so erfreut über unseren kleinen Gast und scheut wirklich keine Mühen, damit sie sich wohlfühlt. Sie stellt ihr ganz viele Fragen in den Briefen und überlegt auch selbst, was es mit diesem und jenen auf sich hat. Wir haben zum Beispiel überlegt, wie das mit den Briefen eigentlich geht. Wenn man die Tür so anschaut muss man davon ausgehen, dass die Wichteldame sehr klein ist. Die Briefe, die sie schreibt und selbstverständlich auch unsere, sind aber normal groß. Wir kamen zu dem Schluss, dass dies wohl mit Wichtelmagie zu erklären ist. Auch, dass die Tür aufgeklebt erscheint und sich nicht öffnen lässt, führten wir darauf zurück. Auf Nachfrage wurde uns das auch von Lilli bestätigt. Die Tür funktioniert nur mit Wichtelmagie, für uns Menschen ist dahinter nur eine Wand.

In der Vorweihnachtszeit (da ist unsere Lilli dann nämlich mit der Wohnung fertig und im Vollbesitz ihrer Kräfte), möchte ich unsere Lilli ab dem ersten Dezember als Adventskalender „missbrauchen“. Sie wird meiner Tochter jeden Tag eine Kleinigkeit vor ihre Tür legen. Außerdem werde ich dann damit anfangen, dass Lilli uns kleine Streiche spielt. Ich habe mir dazu viele Inspirationen aus dem Internet geholt. Dazu habe ich bei Elf on the Shelf ein paar Sachen gefunden. Diese muss ich natürlich entsprechend adaptieren, da unser Wichtel ja unsichtbar ist. Aber lustige Gesichter auf Eier malen, eine Türsperre errichten indem man Schnüre davor klebt/bindet, Schuhe hintereinander mitten im Wohnzimmer aufstellen, irgendwas aus Lego bauen usw. geht auch unsichtbarerweise.

Vor kurzem hat sie Mehl verschüttet und man sah dann winzige Fußspuren (Playmobil-Figur) darin. Was sie mit dem Mehl wohl vorhatte gab uns wieder Anlass zu Spekulationen. War das ein Streich? Wollte sie Kuchen backen? Oder Kekse? Wir wissen es nicht, macht aber nichts. Die Gespräche darüber sind toll und beflügeln die Fantasie.

Generell kann ich eine klare Empfehlung aussprechen, man muss aber dahinter sein. Einfach nur eine Wichteltür aufkleben reicht meiner Meinung nach nicht. Man muss schon auch merken, dass jemand da ist, sonst verliert die Tür bestimmt schnell ihren Reiz. Wer aber gewillt ist, sich die Arbeit anzutun, wir belohnt mit leuchtenden Kinderaugen und ganz, ganz tollen Gesprächen!

Noch etwas zur Wichteltür. Ich habe diese, wie gesagt, bei Wish bestellt. Es war ein Pack aus 6 gleichen Türen. Das war meinerseits ein Versehen (wer lesen kann ist klar im Vorteil) aber trotzdem wieder gut. Denn die Türen sind aus Holz und nicht bemalt oder zusammengeklebt. Ich brauchte zwei Türen bis es so geklappt hat, wie ich das wollte. Bemalt habe ich sie mit einer Schicht schwarzer Acrylfarbe (antrocknen lassen), einer Schicht Krakelierlack (nur soweit trocknen lassen, dass der Finger nicht mehr kleben bleibt) und einer Schicht roter Acrylfarbe.

So entstand der „alte“ Look, der mir in der Hinsicht sehr gut gefällt. Zusammengeklebt hab ich die Tür mit Superkleber, da Heißkleber nicht hielt. Befestigt habe ich die Tür dann mit doppelseitigem Klebeband. Angeblich funktionieren diese Pattafix recht gut, diese habe ich aber nicht zuhause und ich hatte Angst um meine Wand. Die Kommode ist schon alt und um die ist mir nicht leid, sollte das Dekor gemeinsam mit dem Klebeband runtergehen.

Die Sterne, die über der Tür kleben waren ein Geschenk meiner Tochter an Lilli, diese habe ich mit Heißkleber befestigt.

Ich hoffe der Bericht konnte euch inspirieren und viel Spaß beim Einrichten eurer eigenen Wichteltür! 🙂

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Die magische Wichteltür – Adventsritual für Kinder
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