Heute startet eine neue Rubrik auf dem Blog! Einmal im Monat erzählt hier zukünftig eine Mama aus ihrem Bindungsorientierten Familienleben. Es wird um ganz verschiedene Aspekte des Attachment Parenting gehen: Stillen, Beikost, Selbstfürsorge, Tragen, Clan finden und mehr. Den Anfang macht Simone mit ihrer Geschichte darüber, wie sie über Umwege zum Familienbett gekommen sind. Ich wünsche dir mit der neuen Rubrik viel Freude und hoffe, die Impulse der verschiedenen Mütter inspirieren dich auf deinem Weg.

Familienbett

Gastbeitrag

Ich heiße Simone, bin 32 und wohne mit meinem Mann, unseren zwei Mädchen (fast 3 und fast 5 Jahre) und unserer Katze in Tirol. Aktuell bin ich mit dem dritten Kind schwanger.

Unsere ursprüngliche Idealvorstellung: Bevor wir Kinder hatten, war für uns eigentlich klar, dass das Schlafzimmer immer uns gehören wird und die Kinder alle ein eigenes Zimmer bekommen, wo sie auch die Nacht verbringen. Soviel zur Theorie, es folgt nun die Praxis.

Als ich zum ersten Mal schwanger bin, mache ich mir natürlich Gedanken über die zukünftige Schlaf- und Bettsituation. Wir stellen kurz vor der Geburt ein Gitterbett direkt an unser 160 cm breites Bett und lassen eine Gitterbettseite offen, sodass das Baby direkt neben mir liegen kann. Unsere erste Tochter schläft von Beginn an planmäßig in ihrem Gitterbett. Sie wird in den Schlaf gestillt und auch nachts gestillt. Dadurch schläft sie manchmal in meinem Bett und an meiner Brust weiter. Als die Tochter 15 Monate ist und nicht mehr gestillt wird, baut mein Mann für sie ein richtiges und großes Bett in ihrem Zimmer auf. Zum Glück ist mein Mann Tischler, denn es folgen in den nächsten Jahren noch weitere Betten bzw. Bettumbauten…

Von nun an bringe ich die junge Dame in ihrem eigenen Zimmer ins Bett und begleite sie in den Schlaf. Wenn sie nachts wach wird, gehe ich zu ihr und lege mich dazu, bis sie wieder schläft und husche anschließend ins Schlafzimmer retour.

Die Situation ändert sich

Ich bin zum zweiten Mal schwanger und mit dicker werdendem Bauch sind mir die nächtlichen Wanderungen irgendwann zu mühsam. In den letzten Schwangerschaftswochen holt mein Mann unsere knapp Zweijährige immer zu uns ins Bett, wenn sie nachts wach wird. Unsere zweite Tochter wird geboren und auch sie schläft von Beginn an in dem Gitterbett direkt neben meinem Bett. Dank der ersten Tochter und größer werdender zweiten Tochter wird es in unserem Bett immer enger und enger. So baut mein Mann im Kinderzimmer der zweiten Tochter ein riesengroßes Zirbenbett (soll ja angeblich den Schlaf fördern) und als die zweite Tochter acht Monate ist ziehen beide Mädchen gemeinsam ins Kinderzimmer mit dem 140 cm breiten Zirbenbett.

Hin, her, hin, her

Es folgen viele Nächte, in denen ich die Kinder im Zirbenbett in den Schlaf begleite, anschließend ein paar Stunden im Elternbett schlafe und letztendlich doch den Rest der Nacht im Kinderzimmer zwischen den Mädchen verbringe. Das Bett ist ja mit 140 cm an sich breit genug, zum Glück. Die zweite Tochter wird mit 16 Monaten abgestillt und ich hoffe nun endlich auf ruhigere Nächte. Doch auch das Abstillen und das Zirbenbett ändern nichts an der nächtlichen Unruhe im Kinderzimmer. Schläft die „Kleine“ ausnahmsweise einmal durch, wird die „Große“ mindestens ein- bis zweimal wach und schläft die „Große“ durch weckt mich die „Kleine“. Je größer die zweite Tochter wird, umso enger wird es nun auch natürlich im 140 cm breiten Zirbenbett. Daher bemühe ich mich, immer wieder in mein eigenes Bett zu schlüpfen, bevor ich zwischen den Kindern einschlafe.

Ich kapituliere

Ich werde erneut schwanger. Ich bin unendlich müde, mir ist Tag und Nacht übel. Die nächtlichen Spaziergänge zwischen Schlafzimmer und Kinderzimmer werden nun wirklich lästig, ich brauche doch auch etwas Schlaf!!! Und zu dritt mit Babybauch auf 140 cm ist es mir nun definitiv zu eng. Leider bricht im Zirbenbettzimmer sofort das Chaos aus, sobald sich mein Mann in der Nacht zu den Kindern legen möchte. Das war leider immer schon so, daher blieb die Nachtschicht bisher immer mein Part.

Nach fast fünf Jahren unruhiger Nächte bitte ich meinen Mann, unser Bett im Schlafzimmer zu erweitern, sodass ich zukünftig mit allen Kindern in einem Raum schlafen kann. Erstens haben wir nur im Schlafzimmer ausreichend Platz für ein Familienbett und zweitens kann ein Raumwechsel nicht schaden. Vielleicht stören in beiden Kinderzimmer irgend welche Wasseradern, Leitungen etc. den nächtlichen Schlaf.

Der Papa erweitert umgehend, wenn auch etwas widerwillig, unser 160 cm breites Bett um ein 90 cm breites Bett. Denn auch er ist der Meinung, dass ich mehr Schlaf brauche.

Endlich erholsame Nächte im Familienbett

Somit schlafe ich nun mit den beiden Mädchen (und bald mit drei Kindern) im Schlafzimmer, alle haben genug Platz. Mein Mann hat sich für das Zirbenbettzimmer entschieden – das gesunde Bett soll ja nicht leer bleiben.

Es gibt Nächte, da schläft auch der Papa bei uns im Schlafzimmer, aber da wird es dann schon wieder relativ eng und daher bevorzugt er das Zirbenbett, so haben alle ruhigere Nächte und wir sind in der Früh alle fit.

Ich vermisse zwar ein wenig die gemeinsamen Nächte mit meinem Mann, jedoch finde ich es unheimlich beruhigend und schön, zwischen unseren friedlich schlafenden Kindern zu liegen und ihren Atem zu spüren.

Und die Nächte sind nun tatsächlich erholsamer als in den letzten Jahren!

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Familienbett auf Umwegen | Erzählcafé: Bindungsorientiertes Familienleben Teil 1

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