Nachdem ich im ersten Teil der Artikelserie zu NFP die Grundlagen dieser Verhütungsmethode beschrieben habe, geht es in Teil 2 jetzt darum, welche Körperzeichen die fruchtbaren Tage im weiblichen Zyklus anzeigen und wie wir diese bewusst wahrnehmen und für uns nutzen können. Natürlich hilft dir dieses Wissen ebenso zur Verhütung, als auch wenn du gerade schwanger werden möchtest.

Natürliche Verhütung mit NFP (Sensiplan)

Im Laufe des weiblichen Zyklus, gibt es drei Körperzeichen, an denen sich der Übergang von den fruchtbaren Tagen vor dem Eisprung, zu den unfruchtbaren Tagen nach dem Eisprung deutlich erkennen lässt: Die Basal(Aufwach-)temperatur, den Zervixschleim und den Muttermund. Im folgende werde ich Veränderung dieser einzelnen Körperzeichen näher erklären:

Die Basaltemperatur

Die morgendliche Basaltemperatur hat im Laufe eines Zyklus zwei verschiedene Niveaus: In der ersten Phase vor dem Eisprung ist die Temperatur niedriger (auch Tieflage genannt) und in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung ist die Temperatur höher (Hochlage).

Wenn du täglich morgens, etwa um die gleiche Zeit, deine Körpertemperatur misst und die Daten in ein Zyklusblatt einträgst, wirst du den deutlichen Temperaturanstieg erkennen können.

Für eine sichere Auswertung zu Verhütungszwecken, gibt es einige Regeln, die du unbedingt beachten musst. So führt zum Beispiel Alkoholkonsum am Vorabend zu einer höheren Temperatur am nächsten Morgen. Ebenso ist die Temperatur natürlich bei Krankheit höher, als normal. Die weiteren Regeln und ihre Ausnahmen findest du in dem Buch „Natürlich & sicher – Das Praxisbuch: Familienplanung mit Sensiplan“*.

Der Zervixscheim

Auch der Zervixschleim, den du sicherlich schon einmal als eine Art „Ausfluss“ im Slip bemerkt hast, verändert seine Beschaffenheit im Laufe des Zyklus. Wenn es auf den Eisprung zugeht, wird er dünnflüssiger und seine Menge nimmt zu, sodass die Spermien schneller vorankommen. Nach dem Eisprung wird er zäher bis fest und übernimmt die Funktion, während der unfruchtbaren Zeit den Muttermund mit einer Art Schleimpfopfen zu verschließen, sodass keine Spermien eindringen können. Zur Bestimmug der Zervixschleimqualität, nimmst du etwas Schleim vom Scheideneingang (oder Muttermund) zwischen zwei Finger und schaust ihn dir genau an, bzw. untersuchst die Konsistenz. (Ja, das mag beim ersten Mal etwas Überwindung kosten und ja, das Wort Schleim ist häufig mit Ekel verbunden, aber der Zervixschleim ist etwas ganz natürliches. Jede Frau hat ihn und nach anfänglichem Zögern ist es sicherlich schnell ganz normal für dich, den Schleim zu beobachten.)

Zur Auswertung des Zervixschleims gibt es verschiedene festgelegte „Schleimkürzel“, die du in dein Zyklusblatt einträgst, z.B. ø = kaum sichtbarer Schleim oder S+ = nasser, dehnbarer Schleim usw.

Auch für die sichere Schleimauswertung gelten dann bestimmte Regeln, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.

Der Muttermund

Für die korrekt Anwendung von NFP reichen eigentlich Temperatur messen und Zervixschleim beobachten aus. Trotzdem möchte ich hier den Muttermund noch erwähnen, da er dir als zusätzliche Körperfunktion (vor allem wenn du mit NFP anfängst) noch mehr Sicherheit bieten kann. Wenn du deinen Muttermund regelmäßig abtastest, wirst du feststellen, dass sich seine Lage und seine Festigkeit, sowie seine Öffnung im Laufe des Zyklus verändern.

In der fruchtbaren Zeit ist er weich, (leicht) geöffnet und hochstehend. Vielleicht kommst du sogar gar nicht richtig dran. Beginnt die unfruchtbare Zeit, schließt er sich und wird hart. Das hat die Natur doch perfekt eingerichtet, oder? 😉

Weitere Körpersymptome

Gerade wenn du dich ganz neu an die Zyklusbeobachtung machst, werden dir vielleicht noch weitere Symptome auffallen, die sich im Laufe deines Zyklus‘ wiederholen. Du kannst sie alle auf deinem Zyklusblatt eintragen. Sie können dir zusätzliche Sicherheit geben und vor allem lernst du dadurch deinen Körper noch besser kennen. Vielleicht fällt dir plötzlich auf, in welcher Phase deines Zyklus‘ du tendenziell besser oder schlechter gelaunt bist, wann du mehr Lust auf Sex hast, oder warum dir immer wieder phasenweise die Brüste weh tun.

Letzteres hat mit dem sogenannten Brustsymptom zu tun. Manche Frauen spüren ganz deutlich in der Mitte der Hochlage, dass sich ihre Brüste für ein paar Tage schwerer, empfindlicher und voller anfühlen.

Andere Frauen wiederum spüren den Mittelschmerz, der häufig in den Tagen kurz vor dem Eisprung stattfindet. Sie beschreiben ihn als Ziehen oder Stechen im Unterbauch, teilweise auch nur auf einer Seite. Der Mittelschmerz ist bei manchen Frauen nur ganz kurz, bei anderen mehrere Tage lang zu spüren.

Welche Veränderungen spürst du im Laufe deines Zyklus‘?

Mach dich auf die Reise und entdecke deinen weiblichen Körper! 🙂

Viel Spaß dabei, es lohnt sich!

Hier geht es zum ersten Teil der Artikelserie: Natürliche Verhütung mit NFP (Sensiplan) Teil 1: Die Grundlagen

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Natürliche Verhütung mit NFP (Sensiplan) Teil 2: Körperzeichen für Fruchtbarkeit
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