Heute möchte ich dir eine sichere und natürliche Verhütungsmethode vorstellen, die es dir ermöglicht, den weiblichen Zyklus und deinen eigenen Körper besser kennenzulernen und zu verstehen. Meiner Meinung nach sollte NFP jedem Mädchen (und am besten auch den Jungs) spätestens mit Beginn ihrer Menstruation erklärt werden. Denn dahinter steckt nicht nur eine Verhütungsmethode ohne Nebenwirkungen (noch dazu kostenlos!), sondern ein grundlegendes Verständnis des eigenen Körpers, das uns Frauen weit über den Verhütungsaspekt hinaus bereichert und auch zu Zeiten des Kinderwunschs oder später der Wechseljahre behilflich ist.

Natürliche Verhütung mit NFP (Sensiplan)
Ein Thermometer, ein Stift und ein Zyklusblatt, mehr brauchst du nicht! 🙂

Wofür steht NFP?

NFP ist die Abkürzung von Natürliche Familienplanung, ein Begriff, den die Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung der Malteser aus Köln geprägt hat, die maßgeblich an der Forschung und Verbreitung der Methode beteiligt war und ist. Vor ein paar Jahren wurde dann auch der Name Sensiplan eingeführt, um einen einheitlichen Begriff auf Europaebene zu finden. Des weiteren wird für NFP häufig der Begriff „sympto-thermale Methode“ verwendet.

Was ist NFP nicht?

NFP hat NICHTS mit Tage zählen (Kalendermethode) zu tun! Leider werden die beiden Methoden häufig in einen Topf geworfen, was dazu führt, dass NFP fälschlicherweise als unsicher betrachtet wird. Dabei liegt der Pearl-Index von NFP bei 0,2%, vergleichbar mit der Pille!
Reines Temperaturmessen ist ebenfalls NICHT NFP. Und außerdem: Bitte Finger weg von diesen Zykluscomputern, die dir deine fruchtbaren Tage automatisch bestimmen! Diese halte ich wirklich für hochgradig unsicher.

Wie funktioniert NFP?

NFP ist eine genaue Zyklusbeobachtung, mithilfe derer die fruchtbaren und die unfruchtbaren Tage bestimmt werden können. Dies geschieht zum einen durch das morgendliche Messen der Basal(Aufwach-)temperatur und zum anderen durch das Interpretieren des Zervixschleims, der sich ebenfalls im Laufe des Zyklus verändert. Weitere Signale wie Muttermund tasten, Mittelschmerz und Brustsymptom (dazu später mehr) können zusätzliche Sicherheit bieten, sind aber keine Pflicht.

Welche Vorteile hat NFP gegenüber hormonellen Verhütungsmethoden?

An erster Stelle natürlich ganz klar: Es gibt keine Nebenwirkungen! Viele Frauen informieren sich erst dann über natürliche Alternativen, wenn sie durch Pille und Co von Nebenwirkungen geplagt sind. Migräne, Lustlosigkeit, Schwindel oder Übergewicht schleichen sich bei manchen Frauen durch hormonelle Verhütung ein und werden manchmal auch gar nicht in Zusammenhang damit gebracht, bis nach dem Absetzen plötzlich die Lust zurückkehrt oder die Kopfschmerzen weniger werden. Es kommt auch vor, dass die hormonelle Verhütung den Zyklus so durcheinanderbringt, dass nach jahrelanger Pilleneinnahme, nach dem Absetzen der natürliche Zyklus mit Menstruation erst nach Monaten zurückkehrt. Gerade bei Paaren mit Kinderwunsch ist das dann natürlich doof.

Ein weiterer Vorteil, den ich oben schon genannt habe, ist, dass NFP nichts kostet, außer der Anschaffung eines guten Thermometers und eines Grundlagenbuchs bzw. einer Beratung oder eines Kursbesuchs.

Den dritten und vielleicht sogar wichtigsten Vorteil von NFP finde ich die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Anstatt einfach täglich eine Tablette zu schlucken und sich um nichts weiter kümmern zu müssen, übernimmst du mit NFP aktiv die Verantwortung und lernst dich und deinen Zyklus richtig kennen. Außerdem ist NFP eine partnerschaftliche Methode, bei der auch dein Mann jede Menge über den weiblichen Zyklus dazulernen kann und wird. 😉

Für wen eignet sich NFP?

Im Prinzip eignet sich NFP für jede Frau, sogar für diejenigen, die überhaupt keinen Geschlechtsverkehr haben, sondern NFP rein zur Zykusbeobachtung anwenden. Du kannst damit deinen Körper kennenlernen und außerdem schon morgens nach dem Temperaturmessen sicher erkennen, dass im Laufe des Tages deine Menstruation einsetzen wird.

Für Frauen in festen Partnerschaften eignet sich NFP natürlich besonders gut. Aber auch für junge Mädchen, kann NFP schon eine gute Option sein, vorausgesetzt, sie sind sich der Verantwortung bewusst, die NFP mit sich bringt.

Da unser Körper ja bekanntlicherweise auf Stress und unruhige Lebensumstände reagiert, kann es natürlich sein, dass es schwieriger ist, die Temperaturkurven regelkonform auszuwerten, wenn du einen sehr unruhigen Lebensrhythmus hast (Schichtdienst, viel feiern mit Alkohol, nächtliches Stillen). Aber trotzdem ist es prinzipiell möglich mit NFP zu verhüten. Es ist dann nur umso wichtiger, dass du dir zu Beginn Zeit nimmst, alle Auffälligkeiten zu notieren und genau zu beobachten, wie oder ob dein Körper auf den Stress reagiert. Wenn du dann etwas Erfahrung gesammelt hast, ist es kein Problem mehr und du musst dann auch nicht mehr täglich messen.

Wie kann ich NFP lernen?

Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Als absolute Grundlage empfehle ich das Buch „Natürlich & sicher – Das Praxisbuch: Familienplanung mit Sensiplan“* der Arbeitsgruppe NFP, mit dem du die Methode besser kennenlernen kannst. Ergänzend dazu gibt es das Arbeitsheft*, mit Zyklusbeispielen von Pubertät bis Wechseljahre, in dem du dann dein gelerntes Wissen praktisch anwenden kannst.

Außerdem gibt es NFP Beraterinnen, die teilweise Einführungskurse anbieten oder dich individuell beraten bzw. dich ein halbes Jahr lang begleiten. Eine Liste der NFP Berater findest du hier.

Was hilft sonst noch?

In dem unabhängigen und kostenlosen Forum www.nfp-forum.de kannst du andere Frauen kennenlernen, die mit NFP verhüten oder ihren Zyklus beobachten. Du bekommst dort als Anfängerin Hilfe bei der Temperaturauswertung und kannst bei Unsicherheiten deine Fragen loswerden. Außerdem wird hier über alles geplaudert, was Frauen beschäftigt: Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit oder auch einfach (jede Menge) Smalltalk. Selten habe ich so einen freundlichen Umgangston in einem Online-Forum gelesen wie hier und ich persönlich habe dort bereits vor meiner Schwangerschaft schon richtig viel über Geburt, Babys, Tragen usw. gelernt.

Außerdem ist es natürlich von Vorteil, wenn dein Frauenarzt der sympto-thermalen Methode offen (oder im besten Fall positiv!) gegenüber steht. Leider gibt es immer noch Frauenärzte, die der Meinung sind, der Eisprung sei immer an Tag 14, oder die einfach generell zu wenig Ahnung vom weiblichen Zyklus haben. Erschreckend eigentlich! 🙁 In oben genanntem Forum findest du übrigens eine Liste an Frauenärzten, die NFP befürworten.

Weitere Infos, sowie ein kostenloses Zyklusblatt und kleine Informationsbroschüren zum Download findest du auch auf: http://www.sensiplan-im-netz.de/

 

Im nächsten Teil meiner Artikelserie werde ich dir dann genau erklären, wie du mit NFP deine (un)fruchtbaren Tage bestimmen kannst.

Ich selbst verhüte nun seit fast 10 Jahren mit NFP (mit 2 Wunschkinder-Pausen), und bin von dieser natürlichen Methode wirklich absolut überzeugt (wie man vielleicht merkt ;-)).

Hast du schon mal von NFP gehört, oder es vielleicht sogar schon selbst ausprobiert? Oder bist du bereits langjährige NFP-Anwenderin? Wie sind deine Erfahrungen damit? Lass mir doch einen Kommentar unter dem Artikel, das würde mich sehr freuen.

 

*Die mit * markierten Links sind Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas bei Amazon bestellt, bekomme ich eine kleine Provision. Für dich bleibt der Preis natürlich der gleiche.

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Ja, ich möchte per Mail regelmäßig und kostenlos Impulse für ein bewusstes Familienleben rund um die Themen achtsame Baby- und Kleinkindzeit, Umweltbewusstsein und mehr.

Durch das Absenden des Formulares wird meine E-Mail Adresse an den Newsletter-Software-Anbieter GetResponse zum technischen Versand meines Newsletters übermittelt.

Mein Newsletter erscheint unregelmäßig ca. alle 2-4 Wochen. Die Einwilligung kann jederzeit von dir widerrufen werden. Weitere Informationen hierzu findest du in meiner Datenschutzerklärung.

Natürliche Verhütung mit NFP (Sensiplan) – Teil 1: Grundlagen
Markiert in:             

Ein Gedanke zu „Natürliche Verhütung mit NFP (Sensiplan) – Teil 1: Grundlagen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.