Willkommen zu einem neuen Interview aus der Blog-Rubrik „Mama im Öko-Business“. Hier stelle ich einmal im Monat eine Mama vor, die sich im Bereich Nachhaltigkeit/Öko/Bio selbstständig gemacht hat.

Mein Anliegen damit ist es auf der einen Seite, diese Mütter zu unterstützen und ihre Ideen bekannter zu machen und auf der anderen Seite, dir liebe Leserin, einen Einblick hinter die Kulissen ihrer Projekte zu gewähren. Eine Frage, die mich dabei besonders interessiert, ist: Welche Vision steckt hinter ihren Unternehmen?

Außerdem geben die teilnehmenden Mütter Tipps für alle Mamas, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen. Gerade für bedürfnisorientiert lebende Familien, die ihre Kinder in den frühen Jahren gerne möglichst lange selbstbetreuen möchten, kann die Selbstständigkeit eine gute Alternative zum Teilzeitjob sein.

Astrid Bredereck, Räubersachen

Astrid Bredereck von Räubersachen

Ich heiße Astrid, bin 40 Jahre alt und lebe mit meinem Partner Magnus und zwei Kindern Emil (17 J.) und Mio (4 J). in Halle an der Saale.

Wann und warum hast du zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt, dich selbstständig zu machen?

Seit meinem Diplom als Künstlerin 2008 arbeite ich selbstständig in unterschiedlichen Bereichen. Es war durch die Wahl des Studiums der einzig mögliche Weg und ich mag die Gestaltungsräume die damit einhergehen sehr. Immer wieder fordert die Selbstständigkeit dazu auf, die Richtung zu justieren, oder auch Dinge zu verändern. Man ist längst nicht so eingerichtet und sicher – das ist manchmal beängstigend und gleichzeitig aber auch schön und frei.

Wie kam dir die Idee zu deinem heutigen Business?

Ganz klassisch: ich war Mutter eines kleinen Sohnes und wollte ihn sehr gern so ökologisch und gleichzeitig so kostengünstig wie möglich kleiden. Da ich Flohmärkte und Ebay Kleinanzeigen anstrengend fand, hatte ich den Einfall, dass es doch toll wäre, die Sachen auf einer Plattform mieten zu können. So erübrigt sich auch der nervenaufreibende und zeitintensive Weiterverkauf.

Was bietest du an?

Räubersachen bietet inzwischen wunderbare Artikel von über 25 tollen Herstellern an. Diese sind in vier verschiedenen Zuständen, je nach Wunsch und Möglichkeiten, wählbar. Wenn man die Sachen nicht mehr benötigt, schickt man sie an uns zurück. Neben Bodies und Schlüttlis gibt es inzwischen auch Schlafsäcke, Schuhe, Tragejacken und sogar Kleidung für die Mütter selbst. Über die Vermietung der Kleider hinaus bietet Räubersachen auch Stopfkurse an und gibt wertvolles Wissen zur Pflege von Kleidung weiter.

Welche Vision steckt hinter deinem Unternehmen?

Räubersachen verändert das Konsumverhalten und lenkt den Fokus vom Besitzen auf den eigentlichen Wert der Kleider und deren Rohstoffe. Durch die Vermietung kann ein und dasselbe Stück mehrere Kinder wärmen und einhüllen, es wird also bestmöglich und wirklich nachhaltig genutzt. Durch die gute Pflege und Reparaturen leben die Sachen sehr viel länger. Wir finden es sehr wichtig endlich eine Alternative zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft anzubieten, zumal die Bekleidungsindustrie wirklich enorm viel Leid für Menschen und Natur verursacht. Wir dürfen dringend damit aufhören nur an uns und die schnelle Befriedigung von Bedürfnissen zu denken. Es geht um viel mehr!

Gleichzeitig bieten wir Eltern damit einen wirklich gangbaren Weg ohne jegliche Entbehrungen an, um ihre Kinder zu kleiden. Räubersachen macht Freude, spart Zeit und Geld und verbindet viele sinnvolle Aspekte miteinander.

Welche Herausforderungen musstest du bei deiner Unternehmensgründung meistern?

Das sind ehrlich gesagt so viele, dass ich hier Seiten füllen könnte… Ganz aktuell tüfteln wir gerade an einer neuen Rechtsform für Räubersachen, denn inzwischen sind wir fünf Haupträuber und führen das Unternehmen gleichberechtigt zusammen. Uns beschäftigt derzeit die Frage, wie Räubersachen nur sich selbst gehören kann und somit als Investitions- oder Spekulationsobjekt ausfällt. Wir wollen so konsequent wie möglich ein Unternehmen aufbauen, dass auch intern auf Liebe und Vertrauen grundet und für das die Menschen gern arbeiten und leben.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?

Ich bin meist so gegen 9 Uhr im Büro und schau erst mal überall vorbei (physisch und virtuell). Dann haben wir ein kurzes Treffen, um uns auszutauschen, wie die Lage ist, wie es uns geht und was ansteht, bevor jeder in seinem Bereich verschwindet. Ich beantworte E-Mails, kümmere mich um unser Sortiment und Nachbestellungen, die Finanzen und Sozialen Medien. Nie verläuft ein Tag wie geplant und die To Do Listen sind beweglich. Dinge wie Texte schreiben oder Interviews mache ich meist abends, da der Trubel am Tag manchmal ganz schön ablenkend ist. Es gibt immer etwas zu klären und zu besprechen, zumal wir Entscheidungen auch oft gemeinsam treffen. Geben 16 Uhr hole ich meinen Sohn aus dem Kindergarten ab, an zwei Tagen arbeite ich bis in den späten Abend hinein. Inzwischen lerne ich aber auch immer mehr, mir Pausen zu gönnen und aufzuhören, wenn ich müde bin.

Was würdest du anderen Müttern raten, die überlegen, sich im grünen Bereich selbstständig zu machen?

Auf geht’s! Einfach anfangen, machen! Der Weg entsteht beim Gehen, das ist wirklich so und nicht alles in planbar und voraussehbar. Sucht euch Hilfe, ihr müsst nicht alles allein schaffen – fragt andere Mütter wie sie es gemacht haben, tauscht euch aus. Uns helfen dabei die sozialen Medien sehr weiter, denn wirklich oft fragen wir auch unsere Nutzer um Rat und das Feedback ist unbezahlbar und absolut großartig.

Wo kann man dich finden?

Räubersachen findet ihr unter: www.raeubersachen.de oder auf Facebook.

Viel Freude beim Umschauen!

 

Vielen Dank für den Einblick in deine Selbstständigkeit liebe Astrid und dir weiterhin viel Erfolg und Freude beim TUN! 🙂

Wenn dir das Interview gefallen hat, freue ich mich sehr über einen Kommentar oder das Teilen des Artikels. Hast du dich selbst im Öko-Bereich selbstständig gemacht und möchtest bei meiner neuen Rubrik mitmachen? Dann melde dich gerne bei mir!

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MAMA IM ÖKO-BUSINESS: Astrid Bredereck von Räubersachen

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