Willkommen zu einem neuen Interview aus der Blog-Rubrik „Mama im Öko-Business“. Hier stelle ich einmal im Monat eine Mama vor, die sich im Bereich Nachhaltigkeit/Öko/Bio selbstständig gemacht hat.

Mein Anliegen damit ist es auf der einen Seite, diese Mütter zu unterstützen und ihre Ideen bekannter zu machen und auf der anderen Seite, dir liebe Leserin, einen Einblick hinter die Kulissen ihrer Projekte zu gewähren. Eine Frage, die mich dabei besonders interessiert, ist: Welche Vision steckt hinter ihren Unternehmen?

Außerdem geben die teilnehmenden Mütter Tipps für alle Mamas, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen. Gerade für bedürfnisorientiert lebende Familien, die ihre Kinder in den frühen Jahren gerne möglichst lange selbst betreuen möchten, kann die Selbstständigkeit eine gute Alternative zum Teilzeitjob sein.

Mamas im Öko-Business: Anne Knoke, Stoffwindelberatung

Anne Knoke von PEE-PA-POO Stoffwindelberatung

Ich bin Anne, bald 40 Jahre alt, und wohne in Münster, der lebenswertesten Stadt der Welt. Ich bin seit inzwischen einem Jahrzehnt verheiratet und wir haben drei Kinder, einen Jungen und zwei Mädchen. Acht, vier und anderthalb Jahre alt.

Wann und warum hast du zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt, dich  selbstständig zu machen?

Als ich mit unserem zweiten Kind schwanger war, hat mein Chef mich ziemlich unerwartet und auf nicht besonders nette Art aus der Firma kompromittiert. Da war mir eigentlich schon klar, dass ich nicht wieder in ein angestelltes Arbeitsverhältnis zurück wollte. Da ich zum Ende der damaligen Elternzeit anfing meine Schwiegermutter zu pflegen, hat es bis zum Start meiner Stoffwindelberatung aber noch einige Zeit gedauert.

Wie kam dir die Idee zu deinem heutigen Business?

Schon in der Schwangerschaft mit unserer großen Tochter fing ich an, nach Alternativen zu Wegwerfwindeln zu suchen, weil ich mit Grausen an die Müllberge dachte, die wir damit bei unserem Sohn verursacht haben. Von einer Bekannten konnte ich dann ein paar Stoffwindeln leihen. Das war für uns damals aber gar nicht das passende System, und so machte ich mich daran, zu recherchieren, was für Alternativen es überhaupt gibt. Das Angebot erschlägt einen ja förmlich und ich habe viele Windeln einfach zum Testen gekauft. Eine Stoffwindelberatung hätte viele Fehlkäufe verhindert, die gab es aber zum damaligen Zeitpunkt in Münster nicht.

Da ich viele Jahre selbst in der Kundenbetreuung, im Vertrieb und kaufmännischer Leitung gearbeitet habe, und im Beruf und an der Uni oft und gerne Vorträge und Schulungen gehalten habe, lag die Idee, mein Wissen weiterzugeben, für mich nah.

Was bietest du an?

Im Augenblick biete ich nur Stoffwindelberatung an. Ich plane für dieses Jahr einige Weiterbildungen, um bald auch im Bereich Familie und Erziehung Kurse anbieten zu können. Meine Themenschwerpunkte liegen dabei auf Bedürfnisorientiert, unerzogen und Attachment Parenting.

Welche Vision steckt hinter deinem Unternehmen?

Vision… hmmm… ich versuche in unserem Alltag Plastik zu vermeiden und generell nachhaltiger zu leben. Das gelingt mir leider noch viel zu wenig. Stoffwindeln sind aber ein wichtiger Teil davon, wenn man sich vor Augen hält, dass in manchen Städten Wegwerfwindeln bis zu 10% des Müllaufkommens ausmachen. Deshalb freue ich mich über alle Eltern, die ich von Stoffwindeln überzeugen kann. Außerdem möchte ich in Zukunft Eltern dabei unterstützen, ihren Kindern bedürfnisorientiert zu begegnen. Für mich gehören beide Themen ganz eng zusammen, denn ich bin der Überzeugung, dass Nachhaltigkeit schon im Umgang mit unseren Kindern beginnt und nur so für die Zukunft gefördert werden kann.

Welche Herausforderungen musstest du bei deiner Unternehmensgründung meistern?

Bisher sind mir eigentlich noch keine größeren Herausforderungen begegnet. Da ich unsere jüngste Tochter noch zu Hause betreue, mache ich, bis auf meine Internetpräsenz, noch keine Werbung für mein Unternehmen und mache dementsprechend wenig Beratungen. In den kommenden Monaten will ich das aber verstärkt ausbauen, um voll durchzustarten, wenn die Kleine in die Kita kommt. Also ist meine größte Herausforderung vermutlich, dass ich mich zur Zeit noch sehr zurückhalten muss und gar nicht so viel machen kann, wie ich eigentlich möchte.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?

Bisher besteht mein Tag hauptsächlich daraus, unsere Kinder mit dem Lastenrad durch die Gegend zu fahren und mich zu Hause um die Kleine und den Haushalt zu kümmern. Nebenbei blogge ich seit einigen Monaten um dadurch vor Ort ein bisschen bekannter zu werden. Die paar Beratungen, die ich im Augenblick mache, quetsche ich dazwischen. Möglichst so, dass mein Mann sich währenddessen um die Kids kümmern kann.
Von Frühling bis Herbst stehe ich gegen sechs/halb sieben auf, und ziehe die Kleinen an, um sie dann in Kita und Schule zu bringen. Im Winter kann mein Mann das wegen seiner Arbeitszeiten übernehmen, so dass ich eine Stunde länger schlafen darf. Vormittags stillt unsere Kleine nochmal ziemlich lange und ich schreibe nebenbei an meinem Blog oder bilde mich zu Erziehungsthemen fort oder recherchiere Neuigkeiten auf dem Stoffwindelmarkt. Dann gibt es Mittagessen und danach muss ich auch schon wieder los, die beiden Großen abholen. Der Nachmittag gehört dann den Kindern, die meist erst gegen acht, halb neun im Bett verschwinden. Danach schreibe ich dann häufig noch Texte. Die Beratungen mache ich entweder vormittags bei uns zu Hause, oder nachmittags oder am Wochenende auch bei meinen Kunden. Je nachdem, wie es sich ergibt.

Was würdest du anderen Müttern raten, die überlegen, sich im grünen Bereich selbstständig zu machen?

Am bequemsten geht es natürlich, wenn man mit möglichst wenig Druck in die Selbstständigkeit starten kann. Sowohl zeitlich, als auch finanziell. Es ist wesentlich einfacher, wenn man einigermaßen unabhängig agieren und somit auch den Stress reduzieren kann. Der Familienalltag bringt an sich schon viel Arbeit mit sich, deshalb muss man realistisch bleiben, mit dem, was man sich zusätzlich zumutet.

Dann würde ich schauen, worin meine Stärken liegen und ob es einen Markt für meine Idee gibt. Je nachdem, in welchem Rahmen und welcher Branche ich mein Business aufbauen will, brauche ich einen Businessplan, um Kostenfaktoren aufzustellen und Einnahmequellen erkennbar zu machen. Bevor ich größere Ausgaben tätige, muss ich sicher sein, ob sich die Einnahmequellen tatsächlich generieren lassen.

Kann ich finanzielle Förderungen bekommen? Wer unterstützt mich, wenn das Arbeitspensum einmal größer wird? Was ist, wenn ich wegen Krankheit ausfalle? All das sollte man sich im Vorfeld überlegen.

Netzwerken ist toll und hilfreich. Und ein ganz wichtiges Stichwort: Marketing. Ich persönlich finde ein professionelles Auftreten sehr wichtig. Manche Leute, die sich im grünen/alternativen Bereich selbstständig machen, vernachlässigen das leider total und wirken dann schnell nicht nur unprofessionell, sondern auch unseriös. Dabei sollte man authentisch bleiben. Wenn ich nicht hinter dem stehe, was ich tue, merken meine Kunden das in der Regel recht schnell.

Wo kann man dich finden?

Du findest mich unter www.pee-pa-poo.de oder www.facebook.com/PeePaPoo

Liebe Anne, vielen Dank für den Einblick in deine Arbeit und alles Gute für dich, deine Familie und deine Selbstständigkeit!

Hast du dich bereits selbst im Öko-Bereich selbstständig gemacht und möchtest bei meiner neuen Rubrik mitmachen? Oder kennst du jemanden, der/die in hier gut reinpassen würde? Dann melde dich gerne bei mir!

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