Willkommen zu einem neuen Interview aus der Blog-Rubrik „Mama im Öko-Business“. Hier stelle ich einmal im Monat eine Mama vor, die sich im Bereich Nachhaltigkeit/Öko/Bio selbstständig gemacht hat.

Mein Anliegen damit ist es auf der einen Seite, diese Mütter zu unterstützen und ihre Ideen bekannter zu machen und auf der anderen Seite, dir liebe Leserin, einen Einblick hinter die Kulissen ihrer Projekte zu gewähren. Eine Frage, die mich dabei besonders interessiert, ist: Welche Vision steckt hinter ihren Unternehmen?

Außerdem geben die teilnehmenden Mütter Tipps für alle Mamas, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen. Gerade für bedürfnisorientiert lebende Familien, die ihre Kinder in den frühen Jahren gerne möglichst lange selbstbetreuen möchten, kann die Selbstständigkeit eine gute Alternative zum Teilzeitjob sein.

Stefanie Rückert, Von Herzen Vegan

Stefanie Rückert  – Von Herzen Vegan

Ich bin Stefanie, begeisterte Wahl-Hamburgerin und lebe gemeinsam mit meinem Mann und unserem 5-jährigen Sohn in einer kleinen Wohnung nahe der Elbe.

Wann und warum hast du zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt, dich selbstständig zu machen?

Mir war eigentlich schon immer klar, dass ich mich irgendwann selbstständig machen würde, nur war der Plan nach dem Studium erst einmal einige Jahre Erfahrung zu sammeln und dann so mit 30 in die Selbstständigkeit zu starten.

Dann kam das Leben dazwischen und ich habe mich schon mit 25 hauptberuflich selbstständig gemacht (nebenberuflich war ich schon 3 Jahre als Freelancerin tätig), mit einem Thema, das mir rational stimmig erschien. Es folgte eine Zeit voller Versuche, die in ein großes Scheitern, Streit mit dem Finanzamt und einen Berg Schulden mündete.

Wie kam dir die Idee zu deinem heutigen Business?

Im Oktober 2015 habe ich an einem „Moms&Money“ – Workshop von Sandra Heim und Christina Emmer teilgenommen: das war der Startschuss für mein heutiges Business. 

Christina erklärte mir damals sehr bestimmt, dass mein damaliges Business keinerlei Funkeln in meinen Augen erzeuge und ich einmal darüber nachdenken solle, ob es das richtige für mich sei.

Ich hatte keine Ahnung, was ich sonst machen sollte, hatte ich doch jahrelang an diesem Business gefeilt, Fortbildungen gemacht und Ideen entwickelt. (Nur nie wirklich Geld verdient.)

Während des Workshops habe ich mich dazu bereit erklärt, das Nichts zuzulassen und einfach mal zu schauen, was es noch für Optionen in meinem Leben gibt.

Danach hat mir Sandra zwei Fragen mit auf den Weg gegeben: Welche Themen bewegen Dich? Wer sind Deine Vorbilder?

Damit bin ich zunächst selbst auf die Suche gegangen, doch habe ich schnell gemerkt, dass ich bei meiner Neuorientierung Unterstützung benötigte und ein Coaching bei Sandra gebucht. Sie leitet mich seitdem und hilft mir bei der Entfaltung meines neuen Business.

Was bietest du an?

In den letzten 2 Jahren hat sich bei mir viel entwickelt. Ich habe mir Zeit gelassen. Ich habe ein Thema gefunden, das mein Herz bewegt und eine Möglichkeit damit Geld zu verdienen.

Aus dem einen Thema sind mehrere Projekte entstanden, die ich seit einigen Monaten unter dem Namen „Von Herzen Vegan“ zusammenfasse.

Es gibt Onlineprojekte wie den Einfach-vegan-Podcast, den ich seit März 2016 gemeinsam mit meinem Mann veröffentliche und in dem wir über unseren Weg sprechen, wie wir vegan wurden und was seitdem passiert ist.

Und mein Forschungsprojekt wie aus Kuhmilch ein Grundnahrungsmittel werden konnte, zu dem es einen VIP-Leserbereich und den Milchgeschichten-Podcast gibt.

Und dann gibt es mein Offline-Projekt „Hamburg vegan erkunden“ – geführte Touren durch Hamburgs nachhaltige Ecken per Rad und zu Fuß, immer aus der veganen Perspektive.

Das Kernstück meines Business soll aber die „Von Herzen Vegan – Community“ werden. Ein Rückzugsort für Veganer*innen, an dem sie einfach sie selbst sein können, es keine dummen Sprüche gibt und wir uns gemeinsam fit für den Alltag machen.

Ähnlich wie eine Sangha im Buddhismus, soll auch die „Von Herzen Vegan – Community“ eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten sein, die gemeinsam praktizieren.

Inspiriert durch das Buch „Gamify your life“ von Jane McGonigal habe ich eine Methode entwickelt, mit der wir uns spielerisch fit machen für die Herausforderungen des Alltags in einer nicht-veganen Welt.

Für den Start im Januar 2018 suche ich noch Gründungsmitglieder. 🙂

http://von-herzen-vegan.de/mitgliederbereich

Welche Vision steckt hinter deinem Unternehmen?

Ganz tief in meinem Herzen möchte ich den Mainstream kippen und aus der nicht-veganen Welt eine vegane machen, egal wie utopisch das klingt.

Für mich umfasst der Begriff „vegan“ noch eine ganze Menge anderer Themen, wie z.B. bio, fair, nachhaltig, plastikfrei, Zero Waste und Minimalismus, aber auch Werte wie Achtsamkeit und Mitgefühl.

Wir haben es in der Hand- wir verändern die Welt. Jetzt gerade, mit jeder Handlung und jedem Schritt. Wir leben in einer globalisierten Welt, auf Kosten der anderen- wir können es uns nicht mehr leisten wegzuschauen.

Gerade wir, die wir Kinder haben, sollten darüber nachdenken, was wir unseren Kindern hinterlassen wollen. Vorherige Generationen in Deutschland haben Kriege und Mangel erlebt. Wir sind in einer Welt voller Konsum aufgewachsen, in der die größte Sorge die Entscheidung über die richtige Markenjeans ist.

Wir sind jetzt dran. Wir müssen handeln.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?

Einen klassischen Arbeitstag habe ich eigentlich nicht.

Dadurch, dass mein Sohn noch im Kindergarten ist, habe ich unter der Woche vormittags etwa 3-4 Stunden Zeit zu arbeiten. Diese Zeit nutze ich, um Podcastfolgen aufzunehmen und zu schneiden, Social Media Kanäle zu bespielen, meine Projekte zu pflegen und neue Ideen zu entwickeln.

Da mein Mann Vollzeit arbeitet, nehmen wir die Podcastfolgen für den Einfach-Vegan-Podcast abends auf, wenn unser Sohn schläft – das beeinträchtigt manchmal etwas die Qualität, wäre anders aber nicht machbar.

Meine öffentlich geführten Touren finden am Wochenende statt, so dass ich da auch noch unterwegs bin. Bei den individuellen Touren richte ich mich nach meinen Kunden.

Was würdest du anderen Müttern raten, die überlegen, sich im grünen Bereich selbstständig zu machen?

Ich weiß nicht, ob es andere Spielregeln für den „grünen Bereich“ gibt in der Selbstständigkeit. Ich kann nur sagen, dass es total wichtig ist Deinem Herzen zu folgen.

Mein Scheitern mit meinem ersten Business hat mich gelehrt, dass Rationalität allein nicht ausreicht. Wenn Dein Herz für eine Sache schlägt, kommt die Professionalität von selbst dazu, andersherum wird es mühsam und zäh.

Versuche darauf zu vertrauen, dass sich die Schritte von allein ergeben, plane nicht alles, fahre auf Sicht. Seit meiner Neuorientierung entwickelt sich alles wie von selbst. Nicht explosiv von jetzt auf gleich, aber stetig Schritt für Schritt.

Hab Geduld, es gibt diese Erfolgsstorys, in denen Frauen innerhalb weniger Tage reich und berühmt sind- ich gehöre nicht dazu. Bei mir geht es langsam, aber es geht voran… 🙂

Eine weise Frau hat mir einmal eine Übung gezeigt, in der sie mich erst lange, große Schritte machen ließ und dabei schubste. Ich fiel um.
Dann sollte ich kleine Trippelschritte machen- sie schubste mich wieder, ich geriet nur ein bisschen ins Wanken und blieb auf meinem Weg.

Seitdem gehe ich meinen Weg in winzig kleinen Trippelschritten.

Wo kann man dich finden?

www.von-herzen-vegan.de

hamburg.vegan-erkunden.de

sowie auf Twitter und Facebook

 

Vielen Dank für den Einblick in deine Selbstständigkeit liebe Stefanie und dir weiterhin viel Erfolg und Freude beim TUN! 🙂

Wenn dir das Interview gefallen hat, freue ich mich sehr über einen Kommentar oder das Teilen des Artikels. Hast du dich selbst im Öko-Bereich selbstständig gemacht und möchtest bei meiner neuen Rubrik mitmachen? Dann melde dich gerne bei mir!

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MAMA IM ÖKO-BUSINESS: Stefanie Rückert – Von Herzen Vegan

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