Den gestrigen Abend habe ich damit verbracht, einen langen Brief zu schreiben. Eigentlich waren es zwei Briefe, an meine beiden Töchter. Aber die Briefe sind erst für die Zukunft gedacht, wenn sie selbst älter oder erwachsen sind. Ich werde sie ihnen irgendwann geben, vielleicht wenn sie mir Fragen zu ihrer Kindheit stellen oder sogar selbst bereits Kinder haben. 
Vielleicht kann ich dich mit meinem kleinen Artikel ja dazu inspirieren, ebenfalls einmal einen Brief an dein Kind zu schreiben.

Brief an meine Kinder, für die Zukunft

Die Idee mit den Briefe geht mir schon länger im Kopf herum. Wie du ja merkst, schreibe ich einfach gerne und habe schon als Kind viel Tagebuch und Briefe geschrieben. Tagebuch schrieb ich irgendwann nur noch zu besonderen Anlässen, wenn wir im Urlaub waren oder so. Eine Brieffreundin von vielen ist mir bis heute treu geblieben. Wir tauschen uns nun schon seit über 20 Jahren schriftlich aus und ich liebe es jedes Mal ihre dicken Umschläge aus dem Briefkasten zu fischen, die seitenlangen Briefe gemütlich zu lesen und einfach ein bisschen in ihr Leben einzutauchen.

Warum aber nun ein Brief für meine Kinder?

Vielleicht kennst du es selbst, dass du dich seit du Mutter geworden bist, noch einmal ganz anders für deine eigene Kindheit interessierst. Angefangen, dass du in der Schwangerschaft nachfragst, wie eigentlich deine eigene Geburt verlaufen ist. Bis zu Gespräche mit deinen Eltern, in denen du sie fragst, wie das eigentlich war, als du klein warst, ob sie dich getragen haben, schreien haben lassen, Brei selbst gekocht haben, all die Gedanken, die du dir jetzt über dein Familienleben machst.

Und an wie viel können sich deine Eltern noch aus deiner Kindheit erinnern? Sicher, an die Highlights bestimmt. Vielleicht auch noch daran, wie alt du warst, als du Laufen gelernt hast, oder was dein erstes Wort war. Vermutlich gibt es auch Fotos von deinen Geburtstagen und den Urlauben. Aber sicher nicht so viele, wie wir sie heute machen. 😉 Und vermutlich erst recht keine Videos oder Tonaufnahmen.

Ich habe sogar das Glück, dass meine Eltern früher mal auf Kassette aufgenommen haben, wie ich als Kleinkind mit meiner Schwester spreche und spiele und es ist wirklich herzallerliebst, sich das heute anzuhören. 😀

Aus meinem Mama-Alltag berichten

Viele Alltagssituationen vergisst man schnell, wenn man sie nicht aufschreibt. Nicht, dass das jetzt dramatisch wäre. Trotzdem weiß ich, dass ich es jetzt spannend gefunden hätte, einen Brief von meiner Mutter zu lesen, wie es ihr ging, als ich zwei oder vier Jahre alt war. Denn auch das habe ich meinen Kindern aufgeschrieben. Nicht nur, welche Erlebnisse ich mit ihnen hatte und über was ich alles staune, sondern auch, wie es mir gerade mit ihnen geht. Was mich freut, was mich anstrengt und warum ich bestimmte Sachen so handhabe, wie ich es eben tue.

Vielleicht fragen sie mich irgendwann: „Mama, warum habt ihr das damals so gemacht?“, oder „Mama, weißt du noch, was mein Lieblingsessen war, als ich drei war?“ Und ich fände es schade, wenn ich ihnen dann keine Antwort geben könnte, weil ich es vergessen habe.

Unterschied Tagebuch/Brief

Für mich persönlich macht es einen Unterschied, ob ich ein Tagebuch führe, in dem ich meine Erfahrungen aufschreibe, oder ob ich einen Brief, an eine meiner Töchter adressiert, schreibe.

Beim Tagebuch würde es sich für mich momentan so anfühlen, dass das vielleicht irgendwann auch ausgemistet und als „Vergangenheit“ abgestempelt in der Papiertonne landen könnte. Außerdem würde es sich mehr als „Verpflichtung“ anfühlen. „Ich sollte mal wieder schreiben, ich komm ja doch nicht dazu…“

Ein einzelner Brief dagegen ist schneller angefangen und ich schreibe ihn bewusst mit der Intention ihn eines Tages meiner Tochter zu geben.

Natürlich ist es auch denkbar, ein schönes Brief-Büchlein für jedes Kind zu kaufen, in das die Briefe geschrieben werden und das dann eines Tages dem Kind geschenkt wird. Am besten schon in der Schwangerschaft angefangen… aber besser jetzt als nie! 😉

Der Brief als Geburtstagsritual?

Für mich hat der Zeitpunkt gestern Abend gut zum Schreiben gepasst. Beide Mädels haben in den nächsten Wochen Geburtstag. Sie werden wieder ein Jahr älter, das regt zum Nachdenken an. Über das wie es ist, und wie schnell die Zeit doch vergeht.

Ich habe mir daher für mich vorgenommen, ab sofort einmal im Jahr, immer um ihren Geburtstag herum, einen Brief für sie zu schreiben.

Was steht drin?

Da die Briefe sehr persönlich sind, werde ich sie nicht auf dem Blog veröffentlichen. Ich habe meine Gedanken einfach sprudeln lassen und alles aufgeschrieben, was mir für das jeweilige Kind in den Kopf gekommen ist. Was sie zur Zeit beschäftigt, was sie freut, was ihnen schwer fällt, was mich beschäftigt, freut und anstrengt, was sie gerne essen, was sie anziehen, welche Farben sie mögen, wie sie schlafen, welche besonderen Bedürfnisse sie haben, was sie zur Zeit am liebsten spielen… Aber auch ein paar konkrete Situationen vom Tag oder Vortag, die lustig oder besonders waren, habe ich aufgeschrieben.

Vielleicht gibt es ja auch konkrete Ratschläge, die du deinem Kind mitgeben möchtest für sein Leben, wenn es groß geworden ist. Auch hierfür ist in so einem Brief natürlich Platz.

Als Inspiration für dich – ich habe gerade diesen rührenden Geburtstagsbrief an ihre 14-jährige Tochter auf dem Blog von Berlinmittemom gefunden. Seufz.

Mal sehen, ob ich mit meinen Briefen bis zu ihren 14. Geburtstagen durchhalte! 😉

Und du?

Hast du schon mal einen Brief an dein Kind für die Zukunft geschrieben? Schreibst du Tagebuch oder hältst du Meilensteine schriftlich fest? Oder gar nichts von allem, weil du der Meinung bist, das ist nicht nötig, es zählt nur das Hier und Jetzt?

Berichte doch mal in den Kommentaren davon, das würde mich interessieren!

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Wertvolle Erinnerung – Der Brief an meine Kinder

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