Viele von euch haben über das Thema „Kindergartenfrei“ zu mir gefunden. Sei es über mein Buch oder über diverse Blogartikel. Nachdem wir mit Lavanda mit gut dreieinhalb Jahren den Waldkindergarten ausprobiert hatten, uns dort aber nicht so richtig wohl gefühlt haben (meine Gedanken dazu schrieb ich im Artikel: Unser Weg zu einem kindergartenfreien Alltag nieder), lebten wir seither kindergartenfrei. Doch das hat sich jetzt geändert! In diesem Artikel erzähle ich euch, warum unsere Kinder jetzt den Kindergarten besuchen und wie es mir damit geht.

Warum wir uns für kindergartenfrei entschieden haben

Der wichtigste Aspekt, wenn es um den Kindergartenbesuch geht, ist für mich, dass sich die Kinder im Kindergarten wohlfühlen und gerne dort hingehen. Das heißt auch, dass sie bereit dafür sein müssen, eigene Wege zu gehen und sich mit gutem Gefühl von den Eltern trennen können. Für mich persönlich wäre es demnach zum Beispiel keine Option mein Kind weinend im Kindergarten zurückzulassen. Ebenso wichtig finde ich aber auch, dass wir Eltern unsere Kinder mit gutem Gefühl im Kindergarten abgeben können und uns nicht durch Aussagen aus unserem Umfeld dazu gedrängt oder verleitet fühlen, obwohl es eigentlich nicht unserem Herzen entspricht.

Als wir uns vor knapp drei Jahren gegen den Kindergarten entschieden hatten, fiel mir die Entscheidung relativ leicht, da ich ja sowieso mit meiner damals einjährigen Tochter noch zu Hause war. Ich gründete die Waldspielgruppe und wir hatten viele befreundete Familien, deren Kinder ebenfalls noch zu Hause waren. So waren wir oft unterwegs und unternahmen gemeinsam schöne Dinge (siehe auch mein Artikel: Kindergartenfrei in der Praxis – so sieht unser Alltag aus). Außerdem hatte ich ein Mütterteam mit einer Freundin, sodass wir uns regelmäßig mit der Betreuung unserer Kinder abwechselten. Das war eine schöne Zeit und ich genoss das kindergartenfreie Leben sehr, auch wenn es natürlich auch anstrengende Phasen gab.

Was sich jetzt geändert hat

Im Herbst 2019 änderte sich die Situation dann bei uns. Nach einem schönen Sommer mit vielen Unternehmungen, und Familientreffen bzw. -urlauben, merkten wir im Herbst, wie vor allem unserer Lavanda, andere ältere Kinder zum Spielen fehlten. Die Kinder der meisten befreundeten Familien waren inzwischen in Betreuung und nachmittags hatten sie dann Schwimmkurs, Judo oder „Omatag“. Meine Freundin, mit der ich das Mütterteam gehabt hatte, war leider auch in eine weiter entfernte Stadt gezogen.

Die Stimmung zu Hause war manchmal tagelang mies, die Kinder stritten viel, ich war gefrustet, weil ich so wenig Zeit für meine Projekte fand. Niemand hatte Zeit, sich zum Spielen und Austauschen zu treffen…

Immer wieder sagte Lavanda dann, dass sie gern in den Kindergarten gehen würde, wo auch andere Kinder zum Spielen wären.

Wir überlegten hin und her und ich las mich durch die Webseiten von einigen Kindergärten in unserer Nähe.

Da Lavanda kommenden Sommer auch schulpflichtig wird, wäre sowieso die Frage, wie es mit Fleur alleine zu Hause weitergehen sollte. Bzw. es war für mich nicht wirklich eine Option, sie dann weiterhin alleine zu Hause zu behalten (zumindest nicht ohne weitere Spielkontakte für den Vormittag). Sie orientiert sich sehr an ihrer großen Schwester und möchte alles machen, was die Große auch macht. Klar, sie haben jetzt ja auch einige Jahre lang viel intensive Zeit miteinander verbracht.

Da erschien es mir sinnvoll, Fleur gemeinsam mit Lavanda im Kindergarten einzugewöhnen, sodass sie dort schon gut angekommen sein würde, wenn Lavanda dann in die Schule ginge. Auf die Frage, ob sie auch in den Kindergarten gehen wollte, sagte sie selbst: „Ja, wenn Lavanda auch dabei ist“.

Die Entscheidung Kindergarten

Die Nachfrage beim Kindergarten 5 Minuten fußläufig von uns, ergab, dass im Januar 2020 zwei Plätze frei würden, genau in der Gruppe, in die eine gute Freundin meiner Töchter ging. Das schien ideal.

Um’s kurz zu machen: Wir schauten uns den Kindergarten an, die Kinder wollten am liebsten direkt dort bleiben und fieberten von da an auf den Tag im Januar hin, ab dem sie dann einen festen Platz hatten.

Am ersten Tag blieb ich zwei Stunden mit dabei (Lavanda hätte mich sofort wieder nach Hause geschickt, sie wollte direkt alleine bleiben) und dann ließ auch Fleur mich ziehen. Lavanda kam nach ihrem ersten Kindergartentag nach Hause und meinte, sie würde gern in die andere Gruppe wechseln, um noch länger im Kindergarten sein zu können (Ganztagesgruppe) ;-). Davon abgesehen, dass dort keine Plätze frei sind, wäre das für mich aber auch keine Option gewesen. Jedoch freute ich mich, dass die Eingewöhnung so unkompliziert und schön gelungen war! Seither kommen sie jeden Tag fröhlich nach Hause und erzählen, was sie alles im Kindergarten gemacht haben.

Wie geht es mir damit?

Meine Kinder so voller Freude gehen zu sehen, ist schön. Es fühlt sich gerade einfach danach an, als ob genau der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Sie sind älter geworden (4 und 6) und haben selbst den Wunsch nach Kindergarten geäußert.

Natürlich sind die Gedanken von meinem ersten Blogartikel noch da, was z.B. den Einfluss der Erzieher auf meine Kinder angeht usw. Und ja, jetzt müssen wir früher aufstehen und das Frühstück fällt kürzer aus. Aber dafür habe ich vormittags Zeit für mich und mittags kann ich zwei glückliche Kinder abholen und den restlichen Tag mit mehr Ausgeglichenheit mit ihnen verbringen.

Natürlich gibt es auch bei diesem Kindergarten Aspekte, die mir nicht so gut gefallen. Und sicher werden sie auch Angewohnheiten, Eigenarten und Wissen vom Kindergarten mit nach Hause bringen, auf das ich verzichten könnte (ich sag nur Einhörner, „Anna und Elsa Fieber“ usw.).

Aber sie machen es mir leichter, weil ich weiß, es ist ihr Wunsch dorthin zu gehen und diese Erfahrungen zu machen.

Sollte sich das mal ändern, sehen wir weiter. 😉 Jetzt gerade fühlt es sich richtig an.

Zu meinem Kindergartenfrei-Buch

Falls es Mamas unter euch gibt, die sich fragen: Wie passt das zusammen, ein Buch über Kindergartenfrei geschrieben zu haben und seine Kinder jetzt selbst in den Kindergarten zu schicken?

Dem kann ich nur entgegnen, dass ich immer noch voll hinter meinem Buch stehe. Denn mein Buch ist kein „Anti-Kindergarten-Buch“, es geht also in meinem Buch auch nicht um das Für und Wider frühkindlicher Fremdbetreuung oder ähnliches. Sondern mein Buch erzählt aus dem Alltag und richtet sich an alle, die sich bereits dafür entschieden haben, kindergartenfrei zu leben. Ich gebe in dem Ratgeber meine Erfahrungen und Tipps aus unserem kindergartenfreien Alltag weiter und lasse andere kindergartenfreie Familien zu Wort kommen. Die heutige Entscheidung für den Kindergarten ändert oder kritisiert also nichts am Inhalt meines Buches, das ich vor zwei Jahren geschrieben habe.

Ich bin sehr dankbar für die kindergartenfreie Zeit in den letzten Jahren und bin auch rückblickend der Meinung, es war die richtige Entscheidung.

Alle Familien, die ebenfalls entschieden haben, ihre Kinder aus verschiedenen Gründen nicht in die Kita oder den Kindergarten zu schicken, werde ich auch weiterhin auf ihrem Weg bestärken.

Und für uns beginnt jetzt ein neuer Abschnitt.

Ich freu mich drauf und bin gespannt, wie sich alles entwickelt.

Wie geht es dir mit deinem kindergartenfreien Leben? Zweifelst du manchmal an der Entscheidung? Und wie würdest du handeln, wenn deine Kinder den Wunsch aussprechen, den Kindergarten zu besuchen? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen! Ich freue mich, von dir zu lesen. 🙂

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Vom richtigen Zeitpunkt – Warum unsere Kinder jetzt im Kindergarten sind
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